50 Jahre später: Tourist zahlt für gestohlenen Bierkrug aus dem Hofbräuhaus
Ira Dowerg50 Jahre später: Tourist zahlt für gestohlenen Bierkrug aus dem Hofbräuhaus
Ein Tourist hat 20 Euro an Münchens Hofbräuhaus überwiesen – als verspätete Zahlung für einen Bierkrug, den er vor fast 50 Jahren mitgenommen hatte. In einem Brief gestand der Mann, den traditionellen Steinkrug nach seinem Besuch der berühmten Brauerei im Jahr 1976 "versehentlich" behalten zu haben. Solche Fälle, zwar selten, tauchen mitunter noch Jahrzehnte später wieder auf.
Der namentlich nicht bekannte Besucher erklärte in seiner Nachricht, er habe damals keinesfalls die Absicht gehabt, den Krug zu stehlen. Erst viel später sei ihm klar geworden, dass es falsch war, ihn zu behalten. Für das Hofbräuhaus ist dies nicht der erste Fall dieser Art: Bereits in der Vergangenheit erhielten die Wirte von früheren Gästen zurückgesandte Gegenstände oder Entschädigungszahlungen.
So schickte etwa 2020 eine Amerikanerin einen Krug zurück, den sie 1965 aus dem Bierpalast am Platzl mitgenommen hatte. Das Hofbräuhaus schätzt, dass es jährlich drei bis vier ähnliche Briefe oder zurückgeschickte Krüge erhält. Die Brauerei führt jedoch keine Statistik über vermisste Gegenstände, da Diebstähle dank bestehender Sicherheitsvorkehrungen selten sind.
Laut einem Sprecher wurde in den vergangenen zehn Jahren keiner der zurückgegebenen oder entschädigten Krüge offiziell als gestohlen gemeldet. Auch in den Polizeiakten finden sich keine offiziellen Anzeigen wegen verschwundener Bierkrüge aus diesem Zeitraum.
Die 20 Euro werden nun an die Initiative Bunte Münchner Kindl gespendet, die benachteiligte Kinder in München unterstützt. Zwar dokumentiert das Hofbräuhaus keine verlorenen Krüge, doch zeigen solche Gesten, wie ehemalige Gäste gelegentlich Wiedergutmachung leisten möchten. Die Brauerei setzt weiterhin auf Prävention statt auf die Verfolgung alter Fälle.