Anlagebetrug im Landkreis Ravensburg: Betrüger erbeuten Millionen mit falschen Handelsplattformen
Ira DowergAnlagebetrug im Landkreis Ravensburg: Betrüger erbeuten Millionen mit falschen Handelsplattformen
Polizei meldet drastischen Anstieg von Anlagebetrug im Landkreis Ravensburg – Betrüger nutzen gefälschte Handelsplattformen und emotionale Manipulation
Die Polizei im Landkreis Ravensburg verzeichnet einen deutlichen Anstieg von Anlagebetrug, wobei sich jüngste Fälle in Überlingen und Friedrichshafen häufen. Betrüger locken ihre Opfer mit gefälschten Handelsplattformen und emotionalem Druck, um sie zur Überweisung hoher Geldbeträge zu bewegen. Die Behörden rufen die Bevölkerung nun zur erhöhten Wachsamkeit gegenüber verdächtigen Angeboten auf.
In Überlingen verlor ein älterer Mann einen sechsstelligen Betrag, nachdem er auf einen sogenannten "Lovescam" (auch "Romance-Scam" genannt) hereingefallen war. Über einen längeren Zeitraum hinweg überwies er Geld an eine Online-Bekanntschaft, die sein Vertrauen gewonnen hatte. Die Ermittler prüfen derzeit, ob ein separater Fall von Paketdiebstahl in Friedrichshafen mit demselben Täter in Verbindung steht.
Ein 60-jähriger Geschädigter ließ sich nach der Registrierung auf einer scheinbar seriösen Plattform dazu überreden, rund 1,2 Millionen Euro für Kryptowährungshandel zu transferieren. Ein weiterer Betroffener (57) wurde über soziale Medien mit Versprechungen hoher Renditen kontaktiert und überwies schließlich etwa 160.000 Euro auf Auslandsconten.
Die Betrüger gehen oft schrittweise vor: Zunächst raten sie zu kleinen Investitionen und zahlen gefälschte Gewinne aus, um Vertrauen aufzubauen. Sobald die Opfer "angehakt" sind, drängen sie zu deutlich höheren Überweisungen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stellt eine Unternehmensdatenbank zur Überprüfung der Seriosität von Handelsplattformen bereit – doch viele Opfer verzichten auf diese Sicherheitsmaßnahme.
In einem separaten Vorfall sorgte ein 29-jähriger Mann in Friedrichshafen für einen Polizeieinsatz, nachdem er stark alkoholisiert Randale verursacht hatte. Er warf Waren von Regalen und leistete Widerstand gegen die Beamten; ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von über 2,0 Promille. Zudem sucht die Polizei Zeugen oder weitere Geschädigte in Zusammenhang mit Paketdiebstählen, bei denen ein Zusteller verdächtigt wird, Sendungen geöffnet und die Inhalte entwendet zu haben.
Die Behörden warnen vor Angeboten, die ungewöhnlich hohe Renditen versprechen – insbesondere im Zusammenhang mit Kryptowährungen oder Überweisungen auf ausländische Konten. Die Bevölkerung wird aufgefordert, Plattformen vor einer Investition gründlich zu prüfen und verdächtige Aktivitäten umgehend zu melden. Die Ermittlungen in den Fällen dauern an.






