27 April 2026, 12:44

Armenischer Völkermord wird durch neuen Roman zur Schulpflichtlektüre

Ein steinernes Denkmal mit einer Uhr darauf, das mit Text beschriftet ist, steht in einem Park umgeben von Bäumen und Gebäuden unter einem klaren Himmel und erinnert an den 24. Jahrestag des Völkermords in Armenien.

Armenischer Völkermord wird durch neuen Roman zur Schulpflichtlektüre

Ein Roman über den Völkermord an den Armeniern ist nun Pflichtlektüre an deutschen Schulen. Im März bei Reclam Verlag erschienen, setzt sich Laura Cwiertnias "Auf der Straße tragen wir andere Namen" mit Überleben, Migration und Diskriminierung auseinander. Das Buch erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem Lehrkräfte eine umfassendere Behandlung der Gräueltaten von 1915 fordern, bei denen im Osmanischen Reich etwa 1,5 Millionen Armenier ermordet wurden.

Der Deutsche Bundestag verabschiedete 2016 eine Resolution, die die Aufnahme des armenischen Völkermords in die Lehrpläne forderte. Dennoch wird das Thema in vielen Klassenzimmern weiterhin ausgeklammert. Lehrer verweisen auf überfüllte Lehrpläne, Zeitmangel und fehlende geeignete Materialien als Gründe für die Auslassung.

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Cwiertnias Roman bietet einen neuen Zugang zu diesem schwierigen Thema. Die Literaturwissenschaftlerin Swantje Ehlers steuerte ein begleitendes Kommentar bei, das Schülern hilft, den historischen Kontext zu verstehen. Die emotionale Erzählweise des Buches könnte junge Leser für ein dunkles Kapitel der Geschichte sensibilisieren.

Der Völkermord begann vor 111 Jahren – dabei wird oft übersehen, welche Rolle Deutschland selbst in diesen Ereignissen spielte. Befürworter argumentieren, dass Literaturunterricht die Lücke schließen und das Thema für Schüler zugänglicher machen könnte.

Die Aufnahme von Cwiertnias Roman ist ein Schritt zur Umsetzung der Bundestags-Forderung von 2016. Schulen verfügen nun über ein Lehrmittel, das den Völkermord an den Armeniern durch persönliche Erzählungen vermittelt. Ob dies zu weiteren Änderungen im Lehrplan führt, bleibt abzuwarten.

Quelle