08 May 2026, 04:32

Asylanträge sinken stark – doch nicht wegen der Grenzpolitik, sagt Experte Knaus

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Asylanträge sinken stark – doch nicht wegen der Grenzpolitik, sagt Experte Knaus

Asylanträge in Deutschland gehen im Vergleich zum Vorjahr stark zurück – besonders auffällig ist der Rückgang bei syrischen Geflüchteten. Deutschland und Österreich verzeichnen dabei die größten Veränderungen. Der Migrationsexperte Gerald Knaus führt diesen Wandel vor allem auf die Entwicklungen in Syrien zurück und nicht auf die jüngsten Grenzpolitiken.

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Noch 2024 ließen sich vier von fünf Syrier:innen mit EU-Schutzstatus in Deutschland oder Österreich nieder. Doch in diesem Jahr sind die Zahlen deutlich gesunken. Knaus argumentiert, dass der Hauptgrund in der veränderten Lage in Syrien liege – und nicht in den Grenzkontrollen.

Seit Mai 2025 setzt die deutsche Regierung auf Zurückweisungen an den Binnengrenzen, um irreguläre Migration einzudämmen. Die Maßnahme war ursprünglich 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen worden. Doch Knaus zufolge zeigen diese Schritte trotz des Aufwands kaum Wirkung.

Er kritisiert zudem die Rechtmäßigkeit der Pushbacks und bezeichnet sie als Verstoß gegen EU-Recht. Sein Fazit: Der Ansatz sei weder nachhaltig noch menschenwürdig. Stattdessen sieht er im aktuellen Rückgang der Anträge eine Chance, die Migrationssteuerung langfristig und strukturiert neu zu gestalten.

Der Rückgang der Asylgesuche bietet die Möglichkeit, Migrationsstrategien grundlegend zu überdenken. Knaus plädiert für rechtmäßige, langfristige Lösungen statt kurzfristiger Abschreckung. Bisher bleiben Deutschland und Österreich zwar die wichtigsten Zielländer für syrische Geflüchtete in der EU – doch ihre Zahl schrumpft.

Quelle