18 March 2026, 16:31

Baden-Württemberg testet: E-Auto-Besitzer entlasten Stromnetz und kassieren dafür

Elektrofahrrad-Ladestation auf einem Parkplatz mit umgebenen Infrastruktur, Grünflächen und einer Brücke im Hintergrund.

Baden-Württemberg testet: E-Auto-Besitzer entlasten Stromnetz und kassieren dafür

Neues Feldprojekt in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Besitzer das Stromnetz entlasten – und dafür belohnt werden

Ein innovatives Pilotprojekt in Baden-Württemberg erforscht, wie Besitzer von Elektrofahrzeugen (E-Autos) das Stromnetz unterstützen und gleichzeitig finanzielle Vorteile erzielen können. Unter dem Namen LadeFlexBW können Privatfahrer ihre Ladezeiten anpassen – und erhalten dafür eine Vergütung. Ziel des Versuchs ist es, das Laden flexibler zu gestalten, ohne den Alltag der Fahrer zu beeinträchtigen oder Änderungen bei ihren Stromverträgen zu erfordern.

Hinter der Initiative steht Intelligent Energy System Services (IE2S), ein Unternehmen, das die Praxistauglichkeit von Netflexibilität im kleinen Maßstab testet. Geschäftsführer Dominique Gross will beweisen, dass E-Auto-Besitzer durch angepasste Ladegewohnheiten belohnt werden können. Das System kombiniert automatisierte Ladeoptimierung, gebündelte Flexibilität und transparente Vergütungsmodelle für die Teilnehmer.

Anders als bei anderen Modellen verlangt LadeFlexBW keinen Wechsel des Stromanbieters oder Tarifs. Stattdessen wird die Flexibilität unabhängig vom Strombezug vermarktet. Das Projekt funktioniert innerhalb des deutschen Standardlastprofil-Systems (SLP) und zeigt, dass netzdienliches Laden selbst ohne intelligente Zähler möglich ist.

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Der Test ist so angelegt, dass er sich von einigen hundert auf zehntausende Fahrzeuge ausweiten lässt. Oliver Strangfeld, Vorstand beim Netzbetreiber TransnetBW, betont, wie wichtig solche Reallabore sind, um von der Pilotphase zur flächendeckenden Einführung zu gelangen. Für eine breitere Umsetzung sind jedoch regulatorische Anpassungen nötig – darunter Änderungen an der MsbG-Novelle bis 2026 – sowie technische Lösungen wie die Zertifizierung dynamischer Laststeuerungssysteme und ihre Integration in lokale Energiemanagementsysteme.

Die Erkenntnisse aus LadeFlexBW sollen künftige Strompreismodelle, Netzentgelte und digitale Ladedienste prägen. Zudem trägt das Projekt dazu bei, die Rolle der E-Mobilität im sich wandelnden deutschen Energiesystem zu schärfen.

LadeFlexBW setzt auf ein freiwilliges, marktbasiertes Modell, das Netzlasten und E-Auto-Ladung in Einklang bringt. Die Fahrer behalten ihre gewohnte Bequemlichkeit und erhalten gleichzeitig eine Vergütung für ihre Flexibilität. Bei Erfolg könnte das Konzept Regulierungen, technische Standards und den Übergang zu intelligenteren Energiesystemen maßgeblich beeinflussen.

Quelle