Böhmermanns provokante Kunstschau fordert Berlin mit Irrationalität heraus
Nicolai SchlosserBöhmermanns provokante Kunstschau fordert Berlin mit Irrationalität heraus
Eine provokante neue Ausstellung des Satirikers Jan Böhmermann und seines Kollektivs Royal ist im Berliner Haus der Kulturen der Welt eröffnet worden. Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" vereint die Schau provokante Kunst, persönliche Erinnerungsstücke und interaktive Installationen. Besucher sind bereits jetzt fasziniert von der ungewöhnlichen Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und Konfrontation.
Die Ausstellung fordert die Besucher von der ersten Minute an heraus. An der Eingangstür müssen Handys abgegeben werden – Ablenkung ist nicht erwünscht. Im Inneren zerfetzt alle 28 Minuten eine Maschine ein Stofftier – es sei denn, jemand zahlt, um ein Selfie damit zu machen.
Ein zentrales Exponat ist eine lebensgroße Butterbüste des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, die unter den Galerielichtern langsam zerfließt. Daneben liegen juristische Dokumente aus Böhmermanns eigenen Gerichtsprozessen neben KI-generierten Aktbildern des Politikers Friedrich Merz. Auch seine Fernsehkarriere wird thematisiert, etwa durch eine Goldene Schallplatte, die ihm der Rapper Bushido überreicht hat.
Düstere Akzente setzt eine Gedenktafel für einen unaufgeklärten Mord: eine Prostituierte, die in einem nahen Park erwürgt wurde. Ein Nachbau des deutschen Einbürgerungstests fügt eine weitere Ebene sozialer Kommentare hinzu. Gleichzeitig lädt ein "TV-Garten" für Independent-Publikum zu Live-Aufführungen ein – eine Mischung aus Satire und Unterhaltung.
Von den 47 ausgestellten Objekten stammen viele direkt aus Böhmermanns privater Sammlung oder seinem beruflichen Werdegang. Die Schau läuft noch bis zum 19. Oktober 2022 und gibt den Besuchern Monate Zeit, sich auf ihre absurde wie scharfsinnige Auseinandersetzung mit der Realität einzulassen.
Die Ausstellung konfrontiert das Publikum mit einer Mischung aus juristischen Artefakten, digitalen Provokationen und interaktiven Aktionen. Indem sie Handys verbietet und aktive Teilnahme einfordert, zwingt sie die Besucher, sich der Irrationalität direkt zu stellen. Das Haus der Kulturen der Welt zeigt die Schau noch bis Mitte Oktober.






