Boris Palmer bleibt parteiloser Oberbürgermeister – und behält seinen Einfluss
Sabrina RoskothBoris Palmer bleibt parteiloser Oberbürgermeister – und behält seinen Einfluss
Boris Palmer bleibt als Parteiloser Oberbürgermeister von Tübingen. Nach monatelangen Spekulationen bestätigte er seine Entscheidung gegenüber dem Landesvorstand der Grünen. Seine Wahl folgt auf Jahre enger Verbindungen zur Partei, obwohl er diese vor drei Jahren verließ.
Palmer trat im Mai 2023 aus den Grünen aus, behielt jedoch sein Amt als Oberbürgermeister. Seitdem arbeitet er unabhängig, bleibt aber der pragmatischen Strömung der Partei, den sogenannten Realos, verbunden. Sein Einfluss wuchs während des jüngsten Landtagswahlkampfs, in dem er offen Cem Özdemir unterstützte, den Grünen-Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten.
Özdemir, der Winfried Kretschmann nachfolgen soll, habe laut Berichten mit Palmer über eine mögliche Kabinettsrolle gesprochen. Der Vorschlag stieß jedoch auf Widerstand, insbesondere bei der Grünen Jugend, die sich gegen eine Ministerernennung des ehemaligen Parteimitglieds ausspricht. Dennoch prägt Palmer weiterhin die lokale und regionale Politik – nicht durch eine formelle Parteimitgliedschaft, sondern durch seine Zusammenarbeit mit Özdemir.
Mit seiner Entscheidung bleibt Palmer an der Spitze Tübingens, ohne zu den Grünen zurückzukehren. Seine anhaltende Partnerschaft mit Özdemir sichert ihm weiterhin politischen Einfluss. Der Schritt unterstreicht zugleich die anhaltenden Spannungen innerhalb der Partei über seine Rolle und seinen Einfluss.