Deutsche Bahn: Wie Lieferchaos die Industrie in die Krise stürzt
Lieferverzögerungen im Netz der Deutschen Bahn bereiten der deutschen Industrie massive Probleme. Schlüsselsektoren wie Stahl, Chemie und Automobilbau verzeichnen wegen der unzuverlässigen Schienentransporte Millardenverluste.
Besonders hart trifft es die Stahlindustrie, die fast die Hälfte ihrer Lieferungen über die Schiene abwickelt. Im Werk Eisenhüttenstadt von ArcelorMittal sind die Erzvorräte aufgrund anhaltender Zugverspätungen kritisch niedrig. Die Stahlproduktion musste bereits gedrosselt werden.
Auch die chemische Industrie kämpft mit den Folgen: Rund 25 Millionen Tonnen Chemikalien werden jährlich per Bahn transportiert, doch verspätete Rohstofflieferungen und begrenzte Lagerkapazitäten behindern die Produktion. Die Transportprobleme haben die Kosten in der Branche stark in die Höhe getrieben.
Die Automobilhersteller verzeichnen seit 2022 eine schrumpfende Transportkapazität auf der Schiene. Viele Unternehmen sind gezwungen, wieder auf den Straßenverkehr auszuweichen, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des VCI, fordert die Deutsche Bahn auf, dringend für zuverlässigere Güterverkehrsdienstleistungen zu sorgen.
Die anhaltenden Störungen im Schienenverkehr zwingen die Industrie zu teuren Anpassungen. Stahl-, Chemie- und Automobilunternehmen sehen sich weiterhin mit Produktions- und Logistikproblemen konfrontiert. Ohne Verbesserungen wird sich die finanzielle Belastung für diese Branchen weiter verschärfen.
