Dieter Nuhrs umstrittener Humor: Warum seine Witze über Frauen und Femizide polarisieren
Katherina HermannDieter Nuhrs umstrittener Humor: Warum seine Witze über Frauen und Femizide polarisieren
Der Komiker Dieter Nuhr hat mit Witzen, die Frauen verunglimpfen und die Schwere von Femiziden verharmlosen, erneut Kritik auf sich gezogen. In seiner jüngsten ARD-Sendung fällt ein „Scherz“ über zu „strukturell zu kleine“ Parkplätze für Frauen, der Klischees bedient. Viele werfen ihm vor, seine Comedy trage dazu bei, gewaltfördernde Einstellungen gegenüber Frauen zu verharmlosen.
Nuhrs Humor setzt Frauen häufig als Pointe ein, stellt sie als minderwertig dar oder macht sie zur Zielscheibe des Spotts. In seinem aktuellen Auftritt riet er Frauen, ihre Partner vor intimen Beziehungen gründlich zu prüfen, um nicht ermordet zu werden – und verlagerte damit die Verantwortung auf die Opfer statt auf die Täter.
Zudem behauptete er, Femizide seien kein systemisches Problem, sondern ein seltenes Einzelschicksal. Diese Haltung ignoriert, dass die meisten Frauen von aktuellen oder ehemaligen Partnern getötet werden, nicht von Fremden. Femizide sind in der Regel das Ergebnis langjähriger Gewalt, Kontrolle und tief verwurzelter Frauenfeindlichkeit.
Trotz breiter Kritik senden öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten wie der rbb weiterhin Nuhrs Programme. Zwar sind sie gesetzlich verpflichtet, die Menschenwürde zu wahren – doch seine Inhalte erreichen weiterhin ein großes Publikum.
Nuhrs Witze und öffentliche Äußerungen verharmlosen die Schwere von Gewalt gegen Frauen. Seine Kommentare lenken von der Täterverantwortung ab und normalisieren schädliche Klischees. Die öffentlich-rechtlichen Sender geraten zunehmend unter Druck, ihre Unterstützung für solche Inhalte zu überdenken.
