Easy Apotheke in Wilmersdorf schließt trotz Profit wegen Mietstreits
Eine bekannte Filiale der Easy Apotheke in Berlin-Wilmersdorf hat nach der Insolvenzanmeldung ihrer Inhaberin Sohir Ammar geschlossen. Der Standort in der Wilmersdorfer Straße, der erst zwölf Jahre lang betrieben wurde, schloss Ende 2025 überraschend seine Türen – trotz einer bisher erfolgreichen Geschichte. Der Grund für die Schließung lag nicht in finanziellen Schwierigkeiten, sondern in einem Streit mit dem Vermieter über den Mietvertrag.
Ammar hatte 2023 zwei Easy-Apotheken-Filialen übernommen: eine am Kurfürstendamm und eine in der Wilmersdorfer Straße. Letztere, mit fast 300 Quadratmetern Fläche, war seit ihrer Eröffnung profitabel gelaufen. Doch der Vermieter entschied sich gegen eine Verlängerung des Mietvertrags und plant stattdessen, die Räumlichkeiten an andere Mieter zu vergeben. Von dieser Entscheidung betroffen war nicht nur die Apotheke, sondern auch ein benachbartes Bekleidungsgeschäft.
Die Kündigung des Mietvertrags löste Ammars finanzielle Probleme aus. Zwar blieb das Geschäft selbst rentabel, doch sie haftete weiterhin für die Kosten der verlorenen Filiale. Ohne Vertragsverlängerung stiegen ihre Verbindlichkeiten in den siebenstelligen Bereich – ein Umstand, der sie schließlich zur Insolvenz zwang. Bei einer Verlängerung des Mietvertrags hätte die Pleite vermieden werden können.
Die Insolvenzverfahren laufen derzeit und sollen voraussichtlich bis August abgeschlossen sein. Die Filiale am Kurfürstendamm bleibt unterdessen weiter geöffnet, mit acht Beschäftigten und stabilen Finanzen.
Die Schließung beendet ein kurzes, aber bewegtes Kapitel für die Apotheke in der Wilmersdorfer Straße. Anders als viele kämpfende Apotheken war ihre Schließung keine Folge wirtschaftlicher Not, sondern einer vertraglichen Entscheidung geschuldet. Die verbleibende Easy Apotheke am Kurfürstendamm bleibt von der Insolvenz unberührt und führt ihren Betrieb wie gewohnt fort.






