Giffey diskutiert mit Apothekerin über Reformen und Existenzängste lokaler Apotheken
Sabrina RoskothGiffey diskutiert mit Apothekerin über Reformen und Existenzängste lokaler Apotheken
Berliner Ex-Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey besuchte am Mittwoch eine Apotheke im Stadtteil Rudow. Die heutige Wirtschaftssenatorin der Stadt verbrachte eine Stunde in der Alten Kloster-Apotheke, um vor der anstehenden Apothekenreform über drängende Probleme zu sprechen. Apothekeninhaberin Katja Laurisch-Nehrkorn brachte im Gespräch zahlreiche Bedenken zur Zukunft unabhängiger Apotheken vor.
Laurisch-Nehrkorn betonte die dringende Notwendigkeit einer Gebührenanpassung und verwies darauf, dass höhere Löhne entscheidend seien, um Fachkräfte zu halten. Zudem warnte sie vor der geplanten Ausbildungsabgabe, die angesichts bereits hoher Personalkosten eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen könnte. Ein weiteres zentrales Thema war die mögliche Ausweitung der Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten – hier befürchtet sie, dass dies Ketten wie Drogeriemärkten den Einstieg in den verschreibungspflichtigen Medikamentenmarkt ermöglichen könnte.
Die Apothekerin äußerte zudem Sorgen über den wachsenden Trend zur Direktverteilung hochpreisiger Medikamente. Dieser Wandel, so ihr Argument, würde den Druck auf lokale Apotheken weiter erhöhen. Darüber hinaus forderte sie verbindliche Verhandlungsrechte, die es Apothekern ermöglichen, ihre Gebühren ohne Einmischung des Bundesgesundheitsministeriums selbst festzulegen.
Giffey hörte Laurisch-Nehrkorns Anliegen aufmerksam zu und bedankte sich für die ausführliche Diskussion. Sie hob die unverzichtbare Rolle der Apotheke bei der medizinischen Versorgung in Rudow hervor. Beim Abschied versprach die Senatorin, das Thema Apothekengesetz mit Berlins Gesundheitssenator zu erörtern und ihre Kontakte im Bundestag zu nutzen, um Lösungen voranzutreiben.
Das Gespräch endete mit dem Gefühl bei Laurisch-Nehrkorn, Gehör gefunden zu haben – sie würdigte Giffeys Bereitschaft, sich den Herausforderungen der Apotheken zu stellen. Giffeys Zusage, die Anliegen aufzugreifen, könnte ein erster Schritt sein, um die finanziellen und betrieblichen Belastungen unabhängiger Apotheken in Berlin zu lindern.






