Gundelsheim setzt auf Hybridkraftwerk mit Solar, Wind und innovativen Speichern
Katherina HermannGundelsheim setzt auf Hybridkraftwerk mit Solar, Wind und innovativen Speichern
Neues Erneuerbare-Energien-Projekt in Gundelsheim eröffnet
In Gundelsheim ist offiziell ein neues Projekt für erneuerbare Energien gestartet, das Solar-, Windkraft- und moderne Batteriespeicher kombiniert. Das 55 Hektar große Gelände ist nun der zweitgrößte Solarpark in Baden-Württemberg. Am Montag präsentierten die Landesministerin Thekla Walker und EnBW-Vorstandsvorsitzender Georg Stamatelopoulos die Anlage. Das Vorhaben soll zeigen, wie sich verschiedene erneuerbare Technologien ergänzen können, um Energieangebot und -nachfrage in Einklang zu bringen.
Das Projekt in Gundelsheim umfasst einen 58-Megawatt-Solarpark, zwei Windkraftanlagen (zusammen 11,2 Megawatt) sowie ein Batteriespeichersystem mit 1,22 Megawatt Leistung. Die Windräder befinden sich noch in der Planungsphase; die Genehmigungsanträge wurden Ende letzten Jahres eingereicht, der Baubeginn ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Der Speicher nutzt zwei Technologien: Lithium-Ionen- und Natrium-Ionen-Batterien. Die Lithium-Ionen-Einheiten stammen aus 12 wiederverwendeten Audi-e-Tron-Elektrofahrzeugen und bieten eine Kapazität von 1,25 Megawattstunden. Die Natrium-Ionen-Batterien – die größten ihrer Art in Europa – liefern eine zusätzliche Megawattstunde. Dieser hybride Ansatz hilft, die wetterabhängige Stromerzeugung mit dem lokalen Bedarf zu synchronisieren.
Das Vorhaben entstand im Rahmen des Forschungsprojekts "ResHy"; das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE entwickelte das Energiemanagementsystem. Die Kommune profitiert von Einnahmen durch Gewerbesteuer und Pachtverträge, während Umweltschutzverbände bei Naturschutzmaßnahmen auf dem Gelände mitwirkten.
EnBW betreibt mit dem 187-Megawatt-Solarpark Weesow-Willmersdorf in Brandenburg bei Berlin bisher nur ein weiteres Großprojekt dieser Art.
Die Anlage in Gundelsheim demonstriert, wie Solar-, Windenergie und Speicher als integriertes System funktionieren können. Die lokale Verwaltung erhält finanzielle Vorteile, und die Forschungsergebnisse des Projekts könnten künftige Erneuerbare-Energien-Vorhaben prägen. Weitere Mehrtechnologie-Projekte in Deutschland hat EnBW über die beiden bestehenden Standorte hinaus noch nicht angekündigt.






