Hannovers Hauptbahnhof droht im Kapazitäts-Engpass zu ersticken – doch die Politik blockiert
Katherina HermannHannovers Hauptbahnhof droht im Kapazitäts-Engpass zu ersticken – doch die Politik blockiert
Hannovers Hauptbahnhof bleibt ein kritischer Flaschenhals für den Schienenverkehr in Norddeutschland. Der Knotenpunkt bedient täglich mehr als 260.000 Fahrgäste und rund 750 Züge. Pläne zur Kapazitätserweiterung stecken jedoch wegen fehlender Mittel und politischer Streitigkeiten fest.
Die Bundestagsabgeordnete Swantje Michaelsen von den Grünen aus Hannover hat auf die dringende Notwendigkeit von zwei zusätzlichen Gleisen und einem neuen Bahnsteig hingewiesen. Sie bezeichnete die ausbleibende Finanzierung als „Skandal“ und betonte, dass diese Maßnahmen entscheidend seien, um die Überlastung des stark frequentierten Bahnhofs zu verringern.
Ein Verkehrsexperte der Grünen wirft der Bundesregierung vor, weitere Planungen für den Ausbau des Bahnhofs zu verzögern. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Bundesverkehrsministerium in den aktuellen Haushaltsverhandlungen mehr Geld für Schienenprojekte fordert.
Bei den jüngsten Verhandlungen der Regierung mit der DB InfraGO wurde kein einziges Schienenprojekt in die nächste Planungsphase überführt. Dadurch drohen dringend benötigte Modernisierungen verschoben oder sogar gestrichen zu werden. Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, bezeichnete es als „unlogisch“, dass die Bundesregierung die Finanzierung der Modernisierung verweigere.
Die Verzögerung bei der Bereitstellung der Mittel könnte den Hannoverschen Hauptbahnhof ohne die dringend erforderlichen Verbesserungen zurücklassen. Ohne die zusätzlichen Gleise und den neuen Bahnsteig wird sich die Überlastung voraussichtlich weiter verschärfen. Der politische Stillstand gefährdet zudem weitere wichtige Schienenprojekte im gesamten Land.






