Hochgeschwindigkeitsstrecke Mannheim–Frankfurt droht am Geldmangel zu scheitern
Katherina HermannHochgeschwindigkeitsstrecke Mannheim–Frankfurt droht am Geldmangel zu scheitern
Die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt steht vor erheblichen finanziellen Risiken. Tarek Al-Wazir, Vorsitzender des Verkehrsausschusses und Mitglied der Grünen, warnte, das Projekt sei "massiv gefährdet" – trotz bestehender Sondermittel. Gleichzeitig kritisierte er die Bundesregierung und den neuen Verkehrsminister dafür, dass in der mittelfristigen Finanzplanung die notwendigen Mittel nicht gesichert wurden.
Die neue Strecke Mannheim–Frankfurt befindet sich zwar kurz vor dem Abschluss der Planungsphase, mit einem möglichen Baubeginn im Jahr 2027. Doch die aktuellen Haushaltsentwürfe weisen bereits für 2027 eine Finanzlücke von rund 300 Millionen Euro und bis 2029 von 1,5 Milliarden Euro auf.
Al-Wazir betonte, dass ohne diese neue ICE-Verbindung selbst auf kürzlich modernisierten Strecken wie der Riedbahn keine Pünktlichkeitsverbesserungen zu erwarten seien. Prognosen zufolge wird die Riedbahn bis 2040 mit 127 Prozent Auslastung fahren – die neue Strecke sei daher unverzichtbar, um Engpässe zu entlasten.
Bisher liegen jedoch weder konkrete Vorschläge noch gesetzliche Initiativen vor, um die Finanzierungslücke zu schließen. Die Kritik wirft grundsätzliche Fragen zur Verpflichtung der Regierung für den Schieneninfrastrukturausbau auf.
Die finanzielle Unsicherheit gefährdet das gesamte Vorhaben, obwohl es für die künftige Kapazität des Schienenverkehrs von zentraler Bedeutung ist. Ohne zusätzliche Mittel könnte der Bau der Strecke Mannheim–Frankfurt ins Stocken geraten – mit der Folge, dass bestehende Verbindungen überlastet bleiben und sich an der Pünktlichkeit nichts ändert. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob das Projekt wie geplant vorankommt.






