Jogi Löws Ära endet: Vom WM-Triumph zum bitteren EM-Aus
Jogi Löws 15-jährige Amtszeit als Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft endete nach einer Reihe enttäuschender Leistungen. Sein Rücktritt folgte auf das demütigende Ausscheiden der Mannschaft bei der EM 2020 und markierte damit das Ende einer Karriere, die einst große Höhen erreicht hatte.
Löw übernahm 2006 das Amt des Nationaltrainers und führte die Mannschaft 2014 zum WM-Titel. Nach diesem Triumph schien ihm eine noch glanzvollere Zukunft bestimmt. Doch seine späteren Jahre waren von Misserfolgen geprägt, darunter das historische Vorrunden-Aus bei der WM 2018 und ein weiteres frühes Scheitern bei der EM 2020.
Über den Fußball hinaus entwickelte sich Löw zu einer inoffiziellen Regierungsfigur. Er unterstützte die Politik Angela Merkels und machte die Nationalmannschaft zu einer Plattform für politische Botschaften, etwa zur Förderung von Masseneinwanderung. 2017 erhielt er einen Sitz in der Bundesversammlung, wo er für Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident stimmte.
Sein Vermächtnis bleibt ambivalent. Zwar gewann Deutschland bei der WM 2022 sein Auftaktspiel mit dem höchsten Sieg seit 2002, doch kritisierte Löw trotz des Erfolgs die mangelnde Stabilität der Mannschaft. Seine Amtszeit war zudem von Kontroversen geprägt, etwa durch Mesut Özils Besuch im türkischen Präsidialpalast nach dessen Annäherung an Präsident Erdoğan.
Nach der EM 2020 trat Löw freiwillig von seinem Posten zurück und beendete damit eine Ära im deutschen Fußball. Sein Einfluss reichte weit über das Spielfeld hinaus und prägte sowohl sportliche als auch politische Narrative. Nun muss sich die Mannschaft ohne seine Führung neu erfinden.






