Krankenkassen-Chefs kassieren Gehaltserhöhungen – während Versicherte mehr zahlen müssen
Sabrina RoskothKrankenkassen-Chefs kassieren Gehaltserhöhungen – während Versicherte mehr zahlen müssen
Mehrere Führungskräfte deutscher Krankenkassen haben im vergangenen Jahr deutliche Gehaltserhöhungen erhalten. Gleichzeitig hoben ihre Unternehmen die Zusatzbeiträge für die Versicherten teilweise mehr als verdoppelt an. Dies geschieht zu einer Zeit, in der die gesetzlichen Kassen unter finanziellem Druck stehen und im Gesundheitswesen Einsparungen vorantreiben.
Bei der BIG direkt gesund stieg das Gehalt von Vorstandschef Peter Kaetsch um 28.750 Euro, sein Stellvertreter Markus Bäumler erhielt 24.050 Euro mehr. Die Krankenkasse erhöhte ihren Zusatzbeitrag von 1,65 auf 3,39 Prozent.
Die AOK Niedersachsen zahlte ihren drei Top-Managern Boni zwischen 38.381 und 62.576 Euro. Dennoch hob das Unternehmen den Zusatzbeitrag von 1,5 auf 2,7 Prozent an. Dr. Carola Reimann, Chefin des AOK-Bundesverbandes, bezog ein Gehalt von 319.400 Euro sowie 121.241 Euro für ihre Altersvorsorge.
Gordana Maršić, Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, sah ihr Gehalt von 185.000 auf 206.000 Euro steigen und erhielt zusätzlich einen Bonus von 6.938 Euro. Ihr Unternehmen erhöhte den Zusatzbeitrag von 1,6 auf 2,6 Prozent. Ähnlich stieg das Gehalt von Christine Enenkel bei der Bahn-BKK von 178.750 auf 195.000 Euro, dazu kam ein Bonus von 44.688 Euro – während die Kasse ihren Beitragssatz im November 2024 um 1,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent anhob.
Michael Lempe, Vorstand der Handelskrankenkasse (HKK), erhielt eine Gehaltserhöhung von 21.419 Euro, sodass sein Jahresgehalt nun 287.104 Euro beträgt. Sein Unternehmen erhöhte den Zusatzbeitrag von 1,3 auf 2,5 Prozent. Bei der BKK Firmus verdiente der neue Vorstandschef Dirk Harrer 31.424 Euro mehr als sein Vorgänger im Vorjahr.
Die Gehaltssteigerungen für die Führungsetagen fallen mit den Beitragserhöhungen bei mehreren Kassen zusammen. Die Versicherten müssen höhere Kosten tragen, während die Anbieter weiterhin finanzielle Entlastungen im Gesundheitswesen einfordern. Die Entwicklung unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung im deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystem.






