Logistikbranche 2025: Finanzdruck und Insolvenzwelle bedrohen kleine Speditionen
Katherina HermannLogistikbranche 2025: Finanzdruck und Insolvenzwelle bedrohen kleine Speditionen
Transport- und Logistikbranche steht 2025 unter wachsendem Finanzdruck
Die Transport- und Logistikbranche sieht sich 2025 zunehmender finanzieller Belastung ausgesetzt. Steigende Kosten, schrumpfende Margen und wirtschaftliche Unsicherheit treiben immer mehr Unternehmen in die Insolvenz. Experten warnen, dass anhaltende Störungen die Erholung der Branche weiter schwächen könnten.
In Deutschland hat sich die Lage zu Beginn des Jahres 2025 verschärft. Die Meldungen über Zahlungsausfälle liegen mittlerweile über dem Fünfjahresdurchschnitt – ein deutliches Zeichen für wachsende finanzielle Spannungen. Die Insolvenzrate ist im Vergleich zu 2024 um 5,6 Prozent gestiegen; allein im vergangenen Jahr mussten 469 Logistikunternehmen Insolvenz anmelden, darunter 19 mit einem Jahresumsatz von über 10 Millionen Euro.
Laut Prognosen des Kreditversicherers Atradius wird der deutsche Transport- und Logistiksektor in diesem Jahr um 2,1 Prozent schrumpfen. Weltweit hat Oxford Economics sein Wachstumsprognose auf 2,4 Prozent nach unten korrigiert – ein ganzer Prozentpunkt weniger als in früheren Schätzungen. Sollten sich die Störungen in der Straße von Hormus über sechs Monate hinziehen, könnte das Wachstum vollständig zum Erliegen kommen.
Besonders gefährdet sind kleine und mittlere Speditionen. Jedes vierte Unternehmen steht vor einem hohen Ausfallrisiko, bedrängt durch steigende Dieselpreise, hohe Vorfinanzierungskosten und minimalste Gewinnspannen. Die Folgen sind bereits spürbar: Aufgrund höherer Energie- und Transportkosten könnten die Lebensmittelpreise um bis zu zehn Prozent steigen.
Die Aussichten für Transport- und Logistikunternehmen bleiben schwierig. Finanzielle Belastungen und geopolitische Risiken gefährden die Stabilität – vor allem für kleinere Betriebe. Ohne Entlastung sind in den kommenden Monaten weitere Insolvenzen und höhere Verbraucherpreise zu erwarten.






