Merz' 50-Euro-Sparplan für die Rente: Warum viele ihn für unrealistisch halten
Ira DowergMerz' 50-Euro-Sparplan für die Rente: Warum viele ihn für unrealistisch halten
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Deutschen vorgeschlagen, monatlich 50 Euro für die Altersvorsorge zurückzulegen. Sein Rat hat jedoch Kritik ausgelöst – viele weisen darauf hin, dass solche Sparbeträge für Geringverdiener unrealistisch seien. Die Empfehlung basiert auf der Annahme einer jährlichen Rendite von sechs Prozent über Jahrzehnte hinweg, was Finanzexperten infrage stellen.
Merz richtete seinen Vorschlag vor allem an junge Arbeitnehmer und verwies darauf, dass die gesetzliche Rente derzeit nur 48 Prozent des durchschnittlichen Nettogehalts abdeckt. 2023 lag das durchschnittliche Nettoeinkommen in Deutschland bei 2.425 Euro pro Monat – Rentner erhalten demnach etwa 1.164 Euro. Doch ein nennenswertes Vermögen für den Ruhestand mit 50 Euro im Monat aufzubauen, würde Jahrzehnte dauern.
Berechnungen zeigen: Wer 40 Jahre lang monatlich 50 Euro bei sechs Prozent Zinsen anspart, hätte vor Steuern und Inflation etwa 79.365 Euro angespart. Um einen sechsstelligen Betrag zu erreichen, müsste man laut den Finanzexperten von Finanztip sogar 45 Jahre lang einzahlen. Kritiker halten solche Renditen angesichts des aktuellen Niedrigzinsumfelds für unwahrscheinlich.
Der Plan blendet zudem die Schwierigkeiten von Niedriglöhner:innen und Alleinerziehenden aus, die oft nicht einmal 50 Euro im Monat entbehren können. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 83 Prozent der Deutschen daran zweifeln, dass das gesetzliche Rentensystem langfristig tragfähig bleibt. Experten fordern stattdessen höhere Löhne, geringere Gebühren und tiefgreifende Rentenreformen, um die Alterssicherung zu stärken.
Merz' Sparvorschlag stößt auf Skepsis, was seine Umsetzbarkeit betrifft. Da die meisten Deutschen die Zukunft des Rentensystems infrage stellen, gewinnen alternative Lösungen wie Lohnerhöhungen und sinkende Kosten an Bedeutung. Die Debatte zeigt, wie groß die Kluft zwischen finanziellen Ratschlägen und der Lebensrealität vieler Haushalte ist.