Mozarts Così fan tutte wird zum realen Beziehungstest mit 20 Paaren auf der Bühne
Ira DowergMozarts Così fan tutte wird zum realen Beziehungstest mit 20 Paaren auf der Bühne
Das Staatstheater Wiesbaden wagt in dieser Spielzeit einen kühnen Zugang zu Mozarts Così fan tutte. Die Inszenierung verwandelt die klassische Oper in ein lebendiges Beziehungsexperiment – mit 20 echten Paaren, die live auf der Bühne teilnehmen. Das Publikum, in der Rolle von Kunststudierenden, erlebt, wie die Grenzen zwischen Darstellung und Realität verschwimmen.
Regisseurin Marie-Ève Signeyrole dekonstruiert die Oper, indem sie ihren gewohnten Glanz abstreift. Statt einer traditionellen Bühnengestaltung entfaltet sich die Handlung in einer Kunsthochschule. Die Zuschauer werden Teil der Szene und beobachten, wie Don Alfonso – Mozarts zynischer Philosoph – die Treue der Paare in Echtzeit auf die Probe stellt.
Das Theater sucht junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren, unabhängig von ihrer Opernerfahrung. Vorwissen ist nicht nötig, doch die Veranstalter raten zu Mut und Humor. Ziel ist es, sowohl die Akteure als auch das Publikum zu verunsichern und sie zu fragen, was von Liebe und Treue unter Druck übrig bleibt.
Die Tickets für die ungewöhnliche Aufführung kosten 10 Euro und versprechen einen zugänglichen, aber provokanten Abend. Das Experiment soll die Oper selbst herausfordern und sie mit ungeschönten Wahrheiten über moderne Beziehungen konfrontieren.
Die Produktion unterzieht 20 Paare einem unberechenbaren Test auf Vertrauen und Ehrlichkeit. Indem sie Theater und echte zwischenmenschliche Dynamiken verschmilzt, will die Aufführung die Zerbrechlichkeit der Liebe angesichts von Täuschung offenlegen. Das Ergebnis könnte das Publikumspublikum neu definieren, wie es eines von Mozarts umstrittensten Werken erlebt.






