Nordkurier stellt auf Abendzustellung um – und setzt auf neues Logistikmodell
Katherina HermannNordkurier stellt auf Abendzustellung um – und setzt auf neues Logistikmodell
Die Nordkurier Mediengruppe stellt die Zustellung ihrer gedruckten Zeitungen um. Künftig erhalten Leser ihre täglichen Ausgaben am Abend statt wie bisher am Morgen. Die Änderung ist eine Reaktion auf finanzielle Herausforderungen und veränderte Lesegewohnheiten.
Geschäftsführer Lutz Schumacher begründete die Entscheidung mit steigenden Mindestlöhnen und rückläufigen Auflagenzahlen. Diese Entwicklungen hätten die traditionelle Morgenzustellung zunehmend unwirtschaftlich gemacht. Um gegenzusteuern, baut die Gruppe ein eigenes Logistiknetz auf, das die Abendauslieferung übernehmen soll.
Die Printausgabe erscheint künftig von Dienstag bis Sonntag – damit gibt es sieben statt bisher sechs Ausgaben pro Woche. Die digitale Version bleibt weiterhin täglich verfügbar. Zudem wird das E-Paper nach Redaktionsschluss aktualisiert, um die Inhalte aktuell zu halten.
Das neue System wurde bereits in Pilotregionen erfolgreich getestet. Der Logistikdienstleister Hermes hat sich als Kunde für den erweiterten Zustellservice der Gruppe entschieden. Schumacher sieht in dem Modell eine mögliche Vorlage für andere Verlage, die im ländlichen Raum mit der Aufrechterhaltung gedruckter Zeitungen kämpfen.
Die vollständige Umstellung soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Langfristig soll das Abendzustellsystem die Zukunft der gedruckten Zeitungen in der Region sichern. Das Logistiknetz der Gruppe wird zudem die Auslieferung weiterer Produkte neben den Zeitungen ermöglichen.






