Nouripour wirft Deutschland schwache Iran-Politik vor – und fordert europäische Initiative
Katherina HermannNouripour wirft Deutschland schwache Iran-Politik vor – und fordert europäische Initiative
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und außenpolitischer Experte der Grünen, hat die deutsche Iran-Politik scharf kritisiert. Er wirft der Bundesregierung vor, in den jüngsten Verhandlungen eine schwache und reaktive Haltung eingenommen zu haben. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit zunehmender Spannungen in der Straße von Hormus, wo Irans Vorgehen die Sorgen um die regionale Stabilität weiter verschärft hat.
Nouripour richtete seine Kritik insbesondere an Außenminister Johann Wadephul (CDU), dem er vorwirft, es versäumt zu haben, in der Iran-Politik klare Akzente zu setzen. Seiner Ansicht nach geht Teheran nun davon aus, in den Gesprächen die stärkere Position innezuhaben – während Deutschland in die Defensive geraten sei.
Die Lage in der Straße von Hormus habe sich weiter zugespitzt, so Nouripour, und sei nicht mehr hinnehmbar. Er verwies auf die anhaltenden Angriffe iranischer Streitkräfte auf zivile Frachtschiffe und betonte, dass in der Region bisher keine Waffenruhe zustande gekommen sei.
Als Reaktion forderte Nouripour die europäischen Staaten auf, selbst die Initiative zu ergreifen, statt auf andere zu warten. Er plädierte für neue diplomatische Ansätze und argumentierte, Europa müsse eigene Vorschläge in die Verhandlungen einbringen, um wieder an Einfluss zu gewinnen.
Nouripours Warnungen deuten auf eine sich verschärfende Krise in der Straße von Hormus hin, wo zivile Schiffe weiterhin gefährdet sind. Seine Kritik unterstreicht den Vorwurf, Deutschland unternehme zu wenig proaktive Schritte, um Irans selbstbewusstes Auftreten entgegenzutreten. Der Appell an europäisch geführte Verhandlungen signalisiert das Bestreben nach einer unabhängigeren und entschlosseneren Außenpolitik.






