NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittler: Wie OSINT-Teams Verbrechen aufspüren
Ira DowergNRW-Polizei setzt auf digitale Ermittler: Wie OSINT-Teams Verbrechen aufspüren
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive zur Stärkung digitaler Ermittlungskompetenzen
Mit dem Projekt „Digitale Streife“ baut die Polizei des Landes ihre Fähigkeiten aus, öffentlich zugängliche Quellen für die Aufklärung von Straftaten systematisch zu nutzen. Spezialisierte Teams setzen nun soziale Medien und andere digitale Werkzeuge ein, um Verdächtige zu verfolgen und die Arbeit des Staatsschutzes zu unterstützen.
Federführend verantwortlich ist Fabian Coenen, Leiter der Abteilung 22.2 beim Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf. Sein Team, das ursprünglich nur aus zwei Personen bestand, ist mittlerweile auf 16 OSINT-Experten (Open-Source-Intelligence) angewachsen – darunter IT-Spezialisten, Soziologen und Politikwissenschaftler, die sich auf politisch motivierte Kriminalität konzentrieren.
Im Rahmen der „Digitalen Streife“ wurde die Belegschaft des LKA um zehn Beamte erweitert, sechs davon in Coenens Einheit. Landesweit sind nun fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Polizeibehörden in die Arbeit eingebunden. Die Schulung der neuen Kräfte übernimmt Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Regierungsausbilder bei der Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss.
Die Fortbildungen finden direkt an den Arbeitsplätzen der Beamten statt – mit der vorhandenen Hardware und Software. Ein zentrales Einsatzgebiet der OSINT-Methoden ist die Fahndung nach Flüchtigen: Ermittler nutzen Plattformen wie Instagram, um Verdächtige aufzuspüren. Zudem stehen sechs spezielle Staatsschutzeinheiten bereit, die bei Bedarf schnell OSINT-gestützte Analysen liefern und so die Reaktionsfähigkeit der Polizei auf digitale Spuren beschleunigen.
Die Ausweitung der Kapazitäten markiert einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Informationen sammelt und nutzt. Mit mehr geschultem Personal und dedizierten OSINT-Teams will sie künftig besser auf digitale Bedrohungen reagieren. Die Initiative spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Die Strafverfolgungsbehörden passen sich zunehmend an die Herausforderungen der modernen, internetbasierten Kriminalität an.






