Rastatt kämpft mit dramatischem Gewerbesteuer-Einbruch und Haushaltskrise
Katherina HermannRastatt kämpft mit dramatischem Gewerbesteuer-Einbruch und Haushaltskrise
Rastatt steckt in einer tiefen Haushaltskrise nach einem drastischen Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen. Der für 2026 beschlossene Haushalt der Stadt fällt deutlich hinter die ursprünglichen Prognosen zurück und wurde nur unter strengen Auflagen genehmigt. Bürgermeisterin Monika Müller fordert nun sofortige Maßnahmen, um die Ausgaben zu senken und die Einnahmen zu steigern.
Ursprünglich hatte Rastatt für dieses Jahr mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von einer Million Euro gerechnet. Doch statt der erwarteten Summe bleiben nun nur noch rund 300.000 Euro übrig – ein dramatischer Rückgang. Dieser Einbruch zwang die Stadt, ihre Finanzplanung unter dem Druck des Regierungspräsidiums Karlsruhe grundlegend zu überarbeiten.
Das Regierungspräsidium hat Rastatt bis zum 1. September 2026 Zeit gegeben, über den Stand der Haushaltskonsolidierung Bericht zu erstatten. Zudem verlangte es weitere Kürzungen, bevor der Haushalt 2026 endgültig abgesegnet wurde. Bürgermeisterin Müller reagierte darauf mit dem Aufruf zu rigoroseren Sparmaßnahmen und der Suche nach neuen Einnahmequellen.
Um die Situation zu bewältigen, plant Rastatt für Juni eine öffentliche Informationsveranstaltung. Dort sollen die nächsten Schritte für das Jahr 2027 erläutert und aufgezeigt werden, wie die Stadt ihre Finanzen stabilisieren will. Der aktuelle Haushaltsentwurf liegt bereits online zur Einsicht durch die Bürgerinnen und Bürger bereit.
Die Probleme mit der Gewerbesteuer betreffen nicht nur Rastatt. In ganz Baden-Württemberg sanken die kommunalen Steuereinnahmen pro Kopf 2025 auf 1.862 Euro – ein Rückgang um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Während Großstädte wie Stuttgart noch beträchtliche Summen einnahmen, geraten kleinere Kommunen zunehmend unter finanziellen Druck.
Bis Anfang September muss Rastatt nun einen Fortschrittsbericht vorlegen. Ob es der Stadt gelingt, den Haushalt auszugleichen, hängt von weiteren Kürzungen und der Erschließung neuer Einnahmequellen ab. Bleiben die Bemühungen ohne Erfolg, könnten zusätzliche finanzielle Auflagen folgen.






