Regionalverkehr in Südwestdeutschland zeigt bescheidene Fortschritte im Jahr 2024
Nicolai SchlosserRegionalverkehr in Südwestdeutschland zeigt bescheidene Fortschritte im Jahr 2024
Regionalverkehr in Südwestdeutschland zeigt leichte Besserung in der zweiten Jahreshälfte 2024
Die Qualität des Regionalbahnverkehrs in Südwestdeutschland hat sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 leicht verbessert. Die aktuelle Bewertung analysierte 33 Strecken in den Kategorien Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Fahrgastzufriedenheit, Sitzplatzkapazität und Sauberkeit. Zwar stiegen die Werte leicht an, insgesamt bleibt die Leistung jedoch deutlich hinter früheren Standards zurück.
Der Durchschnittswert für die Regionalnetze in der Region erhöhte sich leicht auf 45,4 Punkte – ein Anstieg gegenüber 44,6 Punkten im Vorjahr. Dies stellt eine bescheidene Erholung nach dem Tiefstand Ende 2022 dar, als die Bewertung auf nur noch 36,7 Punkte abstürzte. Dennoch liegt der aktuelle Wert weit unter den 54,6 Punkten, die Ende 2021 erreicht wurden.
Bei Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sitzplatzangebot gab es im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2023 leichte Fortschritte. Allerdings verschlechterte sich die Sauberkeit in den Zügen. Nur zehn der 33 bewerteten Netze erreichten mehr als 50 von 100 möglichen Punkten.
Unter den Betreibern stach die Bodensee-Bahn als größter Aufsteiger hervor: Ihr von DB Regio betriebener Service verzeichnete einen deutlichen Anstieg um 36 Punkte. Daten aus dem angrenzenden Rhein-Main-Gebiet, das sich mit einigen Regionen überschneidet, zeigen hingegen eine Pünktlichkeitsquote von 82,5 Prozent zu Beginn des Jahres 2026 – ein Rückgang um drei Punkte gegenüber 2025. Die Zuverlässigkeit verbesserte sich dort jedoch auf 94,1 Prozent (2025: 87,6 Prozent).
In Baden-Württemberg blieb die allgemeine Fahrgastzufriedenheit trotz anhaltender Baustellenbehinderungen im März 2026 stabil bei 55,6 Prozent. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) betonte, dass das aktuelle Niveau weiterhin nicht zufriedenstellend sei.
Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass sich die Qualität des Regionalverkehrs in Südwestdeutschland auf niedrigem Niveau stabilisiert hat. Da nur ein Drittel der Netze über 50 Punkte erreicht, bleibt die Lücke zu früheren Maßstäben bestehen. Nun stehen Betreiber und Verantwortliche vor der Aufgabe, aus den bescheidenen Fortschritten nachhaltige und flächendeckende Verbesserungen zu machen.






