Sabotagewelle rollt über Deutschlands Verkehrsinfrastruktur – wer steckt dahinter?
Sabrina RoskothSabotagewelle rollt über Deutschlands Verkehrsinfrastruktur – wer steckt dahinter?
Deutschlands Verkehrsinfrastruktur steht seit Jahren vor einer wachsenden Welle gezielter Angriffe. Besonders betroffen sind die Schienennetze, die immer wieder Ziel von Vorfällen werden – von durchtrennten Kabeln bis hin zu Sprengstoffanschlägen. Die Behörden verzeichnen für das Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg solcher Straftaten.
Der Trend mutmaßlicher Sabotageakte begann spätestens 2022. Bis 2025 registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) 93 vorsätzliche Angriffe – ein erheblicher Anstieg gegenüber 78 im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024. Darunter fielen 12 Fälle unter die neue Rechtskategorie „agenturische Tätigkeit zu Sabotagezwecken“, die in früheren Jahren noch nicht verzeichnet worden war.
Im Januar 2025 legte ein Brand in einem Berliner Kabelkanal den Regionalverkehr lahm. Linksextremisten bekannten sich zu der Tat. Nur wenig später entgleiste ein Güterzug zwischen Essen und Oberhausen, nachdem eine Metallklemme auf den Schienen platziert worden war. Der Zeitpunkt weckte Argwohn, da kurz darauf ein US-Militärkonvoi die Strecke passieren sollte.
Die BKA-Statistiken für 2025 zeigen, dass Sabotage nicht auf den Schienenverkehr beschränkt blieb. Auch der Luft- und Schiffsverkehr geriet ins Visier der Täter. Ermittlungen ergaben, dass einige Straftaten mit ausländischen Akteuren in Verbindung standen. So führten im Herbst 2025 zwei Ukrainer im Auftrag Russlands Sprengstoffanschläge auf eine wichtige Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin durch.
Die Motive hinter den Angriffen waren vielfältig. Die größte Gruppe im Jahr 2025 bildete mit 37 Fällen die Kategorie „sonstige Zugehörigkeit“. 18 Taten wurden linksextremistischen, 10 rechtsextremistischen und 12 ausländischen Tätern zugeordnet, 16 hatten einen religiösen Hintergrund. Unabhängig davon nahm die Bundesanwaltschaft drei Männer fest, die im Rahmen Russlands hybrider Kriegsführung Brand- und Bombenanschläge auf den deutschen Güterverkehr geplant haben sollen.
Angesichts der zunehmenden Sabotagevorfälle wurden die Sicherheitsvorkehrungen in ganz Deutschlands Verkehrssystemen verschärft. Die Behörden ermitteln weiterhin zum vollen Ausmaß der Bedrohung. Die Daten bestätigen, dass gezielte Störungen längst über den Schienenverkehr hinausgehen und nun auch andere kritische Infrastrukturen betreffen.






