Schweinsteigers "afrikanischer Fußball"-Kommentar löst Rassismus-Debatte aus
Nicolai SchlosserSchweinsteigers "afrikanischer Fußball"-Kommentar löst Rassismus-Debatte aus
Bastian Schweinsteiger ist für Äußerungen über den Fußballstil der Elfenbeinküste in die Kritik geraten. Er beschrieb deren Spiel als „etwas afrikanischen Fußball, etwas unorthodox, etwas wild, vielleicht auch etwas weniger von Taktik geprägt“. Die Bemerkungen lösten eine Debatte über Rassismus in der Fußballberichterstattung aus.
Der Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Faé, führte seine Mannschaft zu einem historischen 2:0-Sieg gegen Curaçao – ein Erfolg, der ihnen erstmals den Einzug ins WM-Achtelfinale sicherte. Kurz darauf bezeichnete Faé Schweinsteigers Aussagen als rassistisch.
Der schwarze Journalist Philipp Awounou schrieb im Spiegel, die Worte bedienten alte koloniale Klischees. Allerdings halte er Schweinsteiger selbst nicht für einen Rassisten. Auch der Sportkommentator Patrick Schnitzler kritisierte die Äußerungen auf Instagram und nannte sie eine Verstärkung rassistischer Stereotype.
ARD-Programmchef Axel Balkausky verteidigte Schweinsteiger und beharrte darauf, es habe sich um eine rein fachliche Fußballanalyse gehandelt. Schweinsteiger selbst beteuerte, er habe niemanden verletzen wollen, und sehe seine Worte als sachliche Einschätzung. Jürgen Klopp zeigte sich auf Nachfrage zurückhaltend: Das Thema sei ernst, doch er sei unsicher, wie man angemessen darauf reagieren solle.
Die Kontroverse entstand nach dem 2:1-Sieg Deutschlands gegen die Elfenbeinküste in der Gruppenphase. Faé äußerte später die Hoffnung, Schweinsteigers Worte seien ein ungeschickter Fehler gewesen – und kein Ausdruck seiner wahren Überzeugung. Die Diskussion wirft einmal mehr die Frage auf, wie Sprache und Repräsentation im Fußball mit rassistischen Untertönen umgehen.
