SPD fordert Pharmaunternehmen zu höheren Beiträgen für die Gesundheitsreform auf
Katherina HermannSPD fordert Pharmaunternehmen zu höheren Beiträgen für die Gesundheitsreform auf
Die SPD fordert von Pharmaunternehmen einen größeren Beitrag zur Gesundheitsreform. Generalsekretär Tim Klüssendorf betonte, dass die Arzneimittelpreise dringend gesenkt werden müssten, um die finanzielle Belastung der Patientinnen und Patienten zu verringern. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Medikamente in Europa verzeichnet.
Klüssendorf kritisierte den aktuellen Reformentwurf als ungerecht. Er warnte, dass höhere Zuzahlungen und Leistungskürzungen vor allem jene treffen würden, die das System bereits jetzt tragen. Stattdessen plädierte er für strengere Kontrollen bei der Preisgestaltung der Pharmakonzerne.
Der SPD-Politiker unterstrich zudem, wie wichtig es sei, Familien vor schwierigen Entscheidungen zu schützen. Niemand dürfe sich zwischen der Einlösung eines Rezepts und einem Arztbesuch entscheiden müssen, so Klüssendorf. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die finanzielle Last stärker auf die Hersteller von Medikamenten zu verlagern.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zeigte sich zwar offen für Überarbeitungen einzelner Teile des Sparplans, beharrt jedoch darauf, dass das Gesamt-Einsparziel unverändert bleibt. Alternativvorschläge würden nur dann geprüft, wenn sie diese Vorgabe erfüllen.
Klüssendorf nannte die Medikamentenkosten als zentralen Hebel, um die Ausgaben im Gesundheitswesen zu senken. Der Entwurf müsse nach seiner Ansicht konsequenter bei der Preisregulierung vorgehen, damit die Pharmaindustrie einen faireren Anteil an der Finanzierung des Systems übernimmt.
Die Debatte um die Gesundheitsreform hält an: Während die SPD darauf drängt, die Pharmaunternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen, bleibt Warken bei den Sparvorgaben unnachgiebig – zeigt sich aber bereit, Anpassungen zu diskutieren. Jede Änderung wird die Herausforderung meistern müssen, finanzielle Ziele zu erreichen, ohne die Patientinnen und Patienten übermäßig zu belasten.






