Spionageverdacht am CISPA: Warum chinesische Forscher:innen unter Beobachtung stehen
Sabrina RoskothSpionageverdacht am CISPA: Warum chinesische Forscher:innen unter Beobachtung stehen
Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken steht im Verdacht, Ziel chinesischer Wissenschaftsspionage zu sein. Bedenken gibt es insbesondere wegen der umfangreichen Zusammenarbeit mit chinesischen Forschenden, was eine externe Untersuchung ausgelöst hat. Der Institutsleiter Michael Backes wurde vorläufig von seinen Aufgaben suspendiert, bis die Prüfung abgeschlossen ist.
CISPA trat 2019 der Helmholtz-Gemeinschaft bei und etablierte sich seitdem als eine der führenden Einrichtungen in der Cybersecurity-Forschung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das 90 Prozent des Budgets trägt, wartet nun die Ergebnisse des Audits ab, bevor es Stellung nimmt. Gleichzeitig plant das Zentrum den Bau eines neuen Gebäudes für 350 Millionen Euro.
Den Ermittlungen zufolge bestand eine Forschungsgruppe aus 18 von 19 Mitgliedern chinesischer Herkunft, die sich auf Künstliche Intelligenz (KI) und Cybersecurity spezialisiert hatten. Eine weitere Gruppe setzte sich ausschließlich aus chinesischen Wissenschaftler:innen zusammen, von denen einige Verbindungen zu Einrichtungen im chinesischen Verteidigungssektor aufwiesen. Diese Verknüpfungen haben Sorgen vor dem Abfluss sensibler Daten und Fachwissen geschürt.
Michael Backes befürwortete seine Suspendierung und begrüßte die Sonderprüfung. Ein unabhängiger Prüfer wird nun die externe Untersuchung durchführen, um die Vorwürfe zu klären. Ziel des Audits ist es, das Ausmaß eines möglichen unautorisierten Wissens- oder Datentransfers aufzudecken. Die weitere Finanzierung und zukünftige Projekte von CISPA könnten von den Ergebnissen abhängen. Die Ermittlungen dauern derweil an.
