09 June 2026, 02:22

Streit um Elektroautos eskaliert: Mercedes-Werk Untertürkheim droht mit Arbeitskampf

Daimler-Betriebsrat blockiert Überstunden

Streit um Elektroautos eskaliert: Mercedes-Werk Untertürkheim droht mit Arbeitskampf

Am Mercedes-Benz-Werk in Stuttgart-Untertürkheim haben sich die Spannungen weiter zugespitzt. Ein Streit über die Rolle des Standorts bei der Produktion von Elektrofahrzeugen hat zu einem Abbruch der Verhandlungen geführt. Die Arbeitnehmervertreter ergreifen nun Maßnahmen, um die Unternehmensführung unter Druck zu setzen und die Zukunft des Werks zu sichern.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Umstellung von Mercedes-Benz auf Elektroautos. Bis 2022 plant das Unternehmen die Markteinführung von zehn neuen rein elektrischen Modellen. Doch die Geschäftsführung hat dem Werk Untertürkheim bisher keine feste Rolle in dieser Expansion zugesichert.

Die Betriebsräte an den verschiedenen Mercedes-Standorten fordern einen größeren Anteil an den zukünftigen Arbeitsplätzen in der Elektrofahrzeugproduktion. In Untertürkheim, wo rund 19.000 Menschen beschäftigt sind, verlangt der Betriebsrat die Aufnahme eines Elektromodells in die Fertigungslinie. Ohne diese Zusage sei das langfristige Überleben des Werks gefährdet, warnen die Vertreter.

Eine Krisensitzung am Montag brachte keine Lösung. Als Reaktion kündigte der Betriebsrat an, ab dem 1. Juli keine Überstunden mehr zu genehmigen. Dieser Schritt könnte die Produktion an einem der wichtigsten Fertigungsstandorte des Konzerns verlangsamen.

Der Stopp der Überstunden droht die Ausbringung im Werk Stuttgart-Untertürkheim zu beeinträchtigen. Sollte der Konflikt nicht beigelegt werden, könnten sich Verzögerungen in der Produktion ergeben und die Zukunft des Standorts gefährden. Der Betriebsrat fordert weiterhin ein klares Bekenntnis der Unternehmensführung zur Elektrofahrzeugfertigung.

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