Traditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet Insolvenz nach Jahren der Krise an
Nicolai SchlosserTraditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet Insolvenz nach Jahren der Krise an
Mayer & Cie., ein deutscher Maschinenbauer mit 120-jähriger Geschichte, hat Eigenverwaltung beantragt und damit Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das 280 Mitarbeiter beschäftigt, führt globale Handelskonflikte und nachlassende Nachfrage als Hauptgründe für seine finanziellen Schwierigkeiten an. Während der Umstrukturierung erhalten die Beschäftigten für die nächsten drei Monate Insolvenzgeld.
Die Probleme des Unternehmens begannen 2022, als die Auftragseingänge drastisch zurückgingen. 2023 führte Mayer & Cie. in allen Abteilungen Kurzarbeit ein, nachdem der Umsatz um 50 Prozent eingebrochen war. Billige Textilmaschinen-Importe aus China – bekannt für ihre Dumpingpreise – untergruben massiv die Marktposition des Unternehmens.
Seit 2022 versuchte das Unternehmen, die Verluste durch Kostensenkungen auszugleichen, darunter eine Reduzierung der Belegschaft um 20 Prozent. Gleichzeitig expandierte es in neue Märkte wie Indien und Südostasien und investierte rund 15 Millionen Euro in Automatisierung und digitale Aufrüstung. Trotz dieser Maßnahmen sank der Umsatz auf nur noch 60 Prozent des früheren Niveaus, auch wenn Mayer & Cie. bis 2025 einen globalen Marktanteil von 25 Prozent bei Rundstrickmaschinen halten konnte.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Krieg in der Ukraine belasteten die Geschäfte zusätzlich. Die steigende Inflation in der Türkei – einem wichtigen Absatzmarkt – verschärfte die finanzielle Lage weiter. Unter der vorläufigen Verwaltung von Ilkin Bananyarli und dem Restrukturierungsexperten Martin Mucha sicherte sich das Unternehmen nun 100 Millionen Euro an Notfallfinanzierung. Scheitert die Stabilisierung innerhalb der nächsten drei Monate, droht die endgültige Schließung.
Mayer & Cie. führt den Betrieb vorerst fort, wobei die Geschäftsführung während des Eigenverwaltungsverfahrens weiterhin die Kontrolle behält. Die kommenden drei Monate werden entscheiden, ob die Sanierung gelingt oder das Unternehmen geschlossen werden muss. Die Mitarbeiter arbeiten weiterhin in Kurzarbeit und erhalten staatlich gestützte Insolvenzleistungen.






