Urteil im Prozess um tödliche Schüsse auf Geschäftspartner erwartet
Nicolai SchlosserUrteil im Prozess um tödliche Schüsse auf Geschäftspartner erwartet
Ein 51-jähriger Mann erwartet am Mittwochnachmittag das Urteil in einem Prozess wegen der tödlichen Erschießung seines Geschäftspartners im April 2023. Nach Wochen voller Zeugenaussagen und juristischer Auseinandersetzungen über die Umstände der Tat wird das Gericht seine Entscheidung verkünden.
Die Bluttat ereignete sich während eines Treffens zwischen den beiden Männern, bei dem es wegen strittiger Auslandsinvestitionen und ausstehender Schulden zu Spannungen gekommen war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, mit einem Revolver erschienen zu sein und dreimal geschossen zu haben, wobei sein Partner getötet wurde. Videoaufnahmen und Zeugenaussagen, die vor Gericht präsentiert wurden, stützen die These, dass es sich um eine vorsätzliche Tat handelte.
Die Staatsanwältin plädierte auf eine 15-jährige Haftstrafe und stuft die Tat als vorsätzlichen Totschlag ein. Die Verteidigung wies hingegen die Vorstellung einer geplanten "Hinrichtung" zurück und beschrieb die Schüsse stattdessen als eine spontane "Kurzschlussreaktion". Sie forderte eine deutlich mildere Strafe von fünf Jahren.
Das Gericht hat bereits Anträge beider Seiten abgelehnt – sowohl den Antrag der Verteidigung auf vollständige Einstellung des Verfahrens als auch die Forderung des Anwalts der Opferfamilie, den Vorwurf auf Mord zu verschärfen.
Mit der Urteilsverkündung am Mittwoch hängt der Fall nun davon ab, ob die Schüsse als geplant oder impulsiv gewertet werden. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob dem Angeklagten eine lange Haftstrafe oder eine deutlich kürzere Freiheitsstrafe droht – je nachdem, wie das Gericht die Beweislage und die Absicht des Täters bewertet.






