Warum das Blockieren der Mittelspur deutsche Autofahrer zur Weißglut treibt
Katherina HermannWarum das Blockieren der Mittelspur deutsche Autofahrer zur Weißglut treibt
Dauerhaftes Blockieren der Mittelspur bleibt ein Ärgernis auf deutschen Straßen
Das hartnäckige Problem des "Mittelspurparkens" sorgt auf deutschen Autobahnen weiterhin für Frust bei Autofahrern und birgt Gefahren. Zwar schreibt das Gesetz vor, möglichst rechts zu fahren – doch viele halten sich unnötig in der mittleren Spur auf. Die Polizei in Pforzheim setzte kürzlich auf Humor, um auf das Problem aufmerksam zu machen, und löste damit sowohl Zustimmung als auch Diskussionen aus.
Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO, §2) ist klar: Autofahrer müssen sich "möglichst weit rechts" einordnen. Auf zweispurigen Straßen bedeutet das, die rechte Spur zu nutzen, wenn sie frei ist. Auf dreispurigen Straßen jedoch müssen Fahrer nicht sofort auf die äußerste rechte Spur zurückkehren, wenn kurz darauf erneut ein Überholvorgang nötig wäre.
Langsames Fahren auf der Mittelspur, während die rechte Spur frei ist, bringt andere Verkehrsteilnehmer regelmäßig in Rage. Solches Verhalten kann gefährliche Situationen provozieren – etwa wenn Autofahrer zum Überholen ruckartig über zwei Spuren wechseln müssen oder illegales Rechtsüberholen begünstigt wird. Zwar gibt es auf Autobahnen keine generelle Mindestgeschwindigkeit, doch wer ohne Grund extrem langsam fährt und dadurch den Verkehrsfluss behindert, handelt ordnungswidrig.
Rechtsüberholen ist grundsätzlich verboten und wird in Orten mit mindestens 30 Euro, außerhalb mit 100 Euro sowie einem Punkt in Flensburg geahndet. Auch aggressives Fahrverhalten wie Drängeln, abruptes Bremsen oder Lichthupe ist strafbar und erhöht das Unfallrisiko.
Die Polizeidirektion Pforzheim ging das Thema mit einem humorvollen Social-Media-Beitrag an. Christian Schulze, Pressesprecher der Behörde, verteidigte den Ansatz: Humor erreiche die Menschen oft besser als strenge Ermahnungen.
Die Aktion stieß auf geteilte Reaktionen – einige lobten die kreative Herangehensweise, andere zweifelten an ihrer Wirkung. Unbestritten bleibt jedoch die Regel: Wer nicht überholt, muss rechts fahren. Wer sich nicht daran hält, riskiert Bußgelder, Punkte oder im schlimmsten Fall einen Unfall.






