Weißstörche in Hessen: Wenn Nester Strommasten und Bahnstrecken lahmlegen
Sabrina RoskothWeißstörche in Hessen: Wenn Nester Strommasten und Bahnstrecken lahmlegen
Weißstörche in Hessen sorgen für unerwartete Probleme – durch Nester auf Strommasten und Bahninfrastruktur
Die Vögel, die in der Region einst selten waren, sind heute besonders in Südhessen und im Rhein-Main-Gebiet wieder weit verbreitet. Doch ihre Wahl der Nistplätze führt zu Sicherheitsrisiken und kostspieligen Störungen für Energieversorger und Verkehrsbetriebe.
Der Bestand der Weißstörche in Hessen wächst stetig – und mit ihm die Herausforderungen. Von Anfang März bis Ende September bauen die Tiere ihre großen Nester, die mehrere hundert Kilogramm wiegen können. Diese schweren Konstruktionen gefährden die Stabilität von Strommasten, bergen Stromschlagrisiken für die Störche selbst und verursachen Netzausfälle, die die Betreiber jährlich Millionen kosten.
Auch Bahnstrecken, insbesondere im Kinzigtal und zwischen Gießen und Wetzlar, sind betroffen. Die Deutsche Bahn reagiert mit dem Aufbau alternativer Nistplattformen in sicherer Entfernung zu den Gleisen. Nester werden nur nach Absprache mit dem NABU (Naturschutzbund Deutschland) entfernt, um artenschutzrechtliche Vorgaben einzuhalten.
Um die Störche von gefährlichen Standorten fernzuhalten, setzen die Betreiber ballonähnliche Abschreckungsmittel und windbetriebene Geräte ein. Letztere müssen groß und mit langen Stielen ausgestattet sein, um wirksam zu sein. Während der Brutzeit wird nur im Notfall eingegriffen – etwa bei akuter Gefahr für das Hochspannungsnetz. Ziel ist es, Sicherheit und Artenschutz in Einklang zu bringen.
Der Anstieg der Storchpopulation zwingt Energie- und Bahnunternehmen zum Umdenken. Alternative Nistplätze und Abschreckungsmaßnahmen gehören mittlerweile zum Standard, um Risiken zu minimieren. Ohne solche Schritte könnte der wachsende Bestand zu häufigeren Stromausfällen, Sicherheitsgefahren und höheren Kosten für die Infrastruktur führen.






