8. November: Warum der Internationale Tag der Putzfrau oft übersehen wird
Nicolai Schlosser8. November: Warum der Internationale Tag der Putzfrau oft übersehen wird
Jährlich am 8. November wird der Internationale Tag der Putzfrau begangen – ein Feiertag, der die harte Arbeit von Reinigungskräften würdigt, von fest angestellten Mitarbeitenden bis hin zu freiberuflich Tätigen. Initiiert wurde er 2004 von der deutschen Autorin und Bibliothekarin Gesine Schulz.
Das Datum fällt bewusst auf den Geburtstag von Karo Rutkowsky, einer fiktiven Figur, die Schulz erschaffen hatte. Obwohl der Tag thematische Überschneidungen mit dem US-amerikanischen "National Custodial Workers Recognition Day" am 2. Oktober aufweist, verfolgt er einen eigenständigen Ansatz. Allein in Deutschland arbeiten rund 600.000 Menschen in Vollzeit im Reinigungsgewerbe, weitere 100.000 in privaten Haushalten. Hinzu kommen zahllose Freiberufler:innen oder Beschäftigte in der Schattenwirtschaft.
Im Laufe der Jahre hat der Tag unter verschiedenen Namen Bekanntheit erlangt, etwa als "Welt-Putzfrauentag" oder "Tag der Wertschätzung für Reinigungskräfte". Einige Unternehmen nutzen den Anlass mittlerweile, um ihren Reinigungskräften mit kleinen Aufmerksamkeiten – oft einer weißen Rose – zu danken. Trotz wachsender Popularität wurde der Feiertag im Dezember 2011 aus der Liste der Gedenktage auf Wikipedia entfernt.
Gesine Schulz setzt sich weiterhin auf ihrer Website und in ihrem Blog für den Tag ein. Ihre Arbeit hält die Debatte über die oft prekären Arbeitsbedingungen von Reinigungskräften am Leben – egal, ob sie legal beschäftigt sind oder im informellen Sektor arbeiten.
Der Internationale Tag der Putzfrau bleibt eine kleine, aber bedeutsame Initiative. Er lenkt den Blick auf die Leistungen von Millionen Reinigungskräften weltweit. Ob der Tag langfristig Bestand hat, hängt von weiterem Engagement und öffentlicher Anerkennung ab.






