AfD droht Radio CORAX in Halle mit Streichung der öffentlichen Förderung
Nicolai SchlosserAfD droht Radio CORAX in Halle mit Streichung der öffentlichen Förderung
Radio CORAX in Halle: Bedrohung der Förderung durch die AfD
Der gemeinnützige Sender Radio CORAX in Halle sieht sich mit Forderungen nach Streichung seiner öffentlichen Mittel durch die rechtspopulistische AfD konfrontiert. Die Partei wirft dem Radio vor, „linken Fanatismus, perverse Regenbogen-Ideologie und Genderismus“ zu verbreiten. Seit über zwei Jahrzehnten gibt der Sender marginalisierten Gruppen eine Stimme – darunter Kindern, queeren Communities und Geflüchteten.
Mit einem 24-Stunden-Programm, das von rund 400 Ehrenamtlichen gestaltet wird, entstehen wöchentlich 175 verschiedene Sendungen. Doch nun, da der politische Druck wächst, steht die Zukunft der Finanzierung auf dem Spiel.
Radio CORAX ging 2000 erstmals auf Sendung und feiert in diesem Jahr sein 26-jähriges Bestehen. Der Sender finanziert sich aus einem Mix verschiedener Quellen, darunter jährlich 200.000 Euro von der Landesmedienanstalt. Hinzu kommen kommunale Zuschüsse, Projektförderungen und Spenden über den Verein „Freund:innen und Förder:innen von Radio CORAX“.
Neben dem Radioprogramm organisiert der Sender Filmvorführungen, öffentliche Debatten und Workshops für Nachwuchs-Radiomacher:innen. International ist Radio CORAX Teil von AMARC, dem weltweiten Netzwerk nichtkommerzieller Radiosender. Die Inhalte werden ausschließlich von den Beteiligten gestaltet – von Jugendlichen bis hin zu Geflüchteten.
Alex Körner, Programmkoordinator des Senders, ist seit seiner Jugend bei Radio CORAX aktiv und wird im nächsten Jahr 40. Er warnt, dass Spenden eine noch größere Rolle spielen müssten, sollten politische Gegner die öffentlichen Gelder kürzen.
Die AfD begründet ihren Vorstoß mit dem Vorwurf, der Sender verbreite extremistisches und spaltendes Gedankengut. Radio CORAX hat sich zu den Anschuldigungen nicht direkt geäußert, arbeitet aber weiterhin wie gewohnt.
Der Streit um die Förderung von Radio CORAX zeigt, wie sehr der Sender auf öffentliche und private Unterstützung angewiesen ist. Falls staatliche oder kommunale Mittel gestrichen werden, müssten Spenden und ehrenamtliches Engagement die Lücken schließen. Bis dahin bleibt der Sender auf Sendung – mit einem Programm, das von seiner vielfältigen Gemeinschaft getragen wird.






