19 April 2026, 18:31

Arnsberg streicht Kardinal-Jaeger-Straße wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen

Schwarz-weiß-Foto einer Stadtstraße mit St. Peter Kirche im Hintergrund, gesäumt von Gebäuden, Bäumen, Fahrzeugen und einigen Passanten.

Arnsberg streicht Kardinal-Jaeger-Straße wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen

Eine Straße in Arnsberg könnte bald ihren Namen verlieren – wegen historischer Verstrickungen in Missbrauchsskandale. Die Kardinal-Jaeger-Straße in Neheim ehrt Lorenz Jaeger, der von 1941 bis 1973 das Erzbistum Paderborn leitete. Nun fordern lokale politische Gruppen eine Umbenennung, nachdem Beweise seine Beteiligung an der Vertuschung von Fehlverhalten belegt haben.

SPD und CDU in Arnsberg ziehen an einem Strang und verlangen die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße. Ihr Antrag verweist auf dokumentierte Fälle, in denen Jaeger und sein Nachfolger mutmaßlich Missbrauchsfälle im Bistum verschleiert haben sollen. Eine öffentliche Versammlung am 20. April soll Vorschläge für einen neuen Straßennamen sammeln – die Bevölkerung ist aufgefordert, sich zu beteiligen.

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Die Debatte beschränkt sich nicht auf Arnsberg. Auch in Werl und Wenden geraten Straßen mit Jaegers Namen unter Druck. Doch dort könnten bürokratische Hürden die Umbenennungspläne erschweren. Olpe hingegen hat bereits gehandelt: Sein katholisches Jugendzentrum wurde 2023 aus denselben Gründen umbenannt.

Falls der Antrag durchkommt, erhält die Neheimer Straße einen neuen Namen – mit Beteiligung der Anwohner. Der Schritt steht für ein breiteres Bemühen, historische Versäumnisse der Kirche aufzuarbeiten. Ähnliche Diskussionen in Nachbarstädten zeigen, dass das Thema alles andere als ein Einzelfall ist.

Quelle