21 April 2026, 02:26

Ärzte und Apotheker liefern sich erbitterten Machtkampf um neues Gesundheitsgesetz

Plakat zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnete wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Ärzte und Apotheker liefern sich erbitterten Machtkampf um neues Gesundheitsgesetz

Heftige Debatte zwischen Ärzten und Apothekern über das geplante Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG)

Ein erbitterter Streit ist zwischen Ärzten und Apothekern über Deutschlands geplantes Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) entbrannt. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Finanzierung, die Rolle bei Impfungen und die Zukunft der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Die Kritik von beiden Seiten hat tiefe Gräben offenbart, wie die Berufsgruppen die Verantwortlichkeiten der jeweils anderen bewerten.

Auslöser des Konflikts war eine scharfe Kritik von KBV-Chef Dr. Andreas Gassen an den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums, die festen Apothekengebühren um eine weitere Milliarde Euro zu erhöhen. Gassen warf dem Ministerium vor, die Ausgaben im Krankenhausbereich seien bereits außer Kontrolle, und bezichtigte es der Ressourcenverschwendung. Seine Äußerungen provozierten eine wütende Reaktion der Apothekerin Marietheres Reher-Gremme, die seine Aussagen als unwissend und arrogant bezeichnete.

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Reher-Gremme verteidigte die Fachkompetenz der Apotheker und betonte, dass ihre Ausbildung verpflichtend Pharmakologie und klinische Pharmazie umfasse. Sie wies die Bedenken der Ärzte bezüglich eines übermäßigen Antibiotikaeinsatzes zurück und versicherte, Apotheker gingen verantwortungsvoll mit solchen Medikamenten um und seien sich der Resistenzrisiken bewusst. Zudem hob sie ihren erfolgreichen Einsatz bei der sicheren Verabreichung von Grippe- und COVID-19-Impfungen während der Pandemie hervor – ohne gemeldete medizinische Zwischenfälle.

Die KBV-Führung lehnt eine Ausweitung der impfenden Tätigkeit in Apotheken weiterhin ab und warnt vor unkontrollierten Tests durch nicht ausreichend geschultes Personal. Reher-Gremme konterte mit einem Appell für einen offenen Dialog und eine partnerschaftliche Gleichberechtigung zwischen Ärzten und Apothekern. Sie unterstrich ihre Rolle bei der Vermeidung von Medikationsfehlern, Wechselwirkungen und Fehlanwendungen – zentrale Faktoren für mehr Arzneimittelsicherheit.

Der Streit spiegelt grundsätzliche Spannungen wider: um Finanzierung, berufliche Kompetenzgrenzen und die Patientenversorgung. Während Apotheker ihre Qualifikationen als unterbewertet ansehen, stellen Ärzte die Sicherheit einer Ausweitung apothekerlicher Dienstleistungen infrage. Das Ergebnis dieser Debatte könnte maßgeblich prägen, wie das deutsche Gesundheitssystem künftig Zusammenarbeit und Regulierung in Einklang bringt.

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