Atomfonds-Chefin fordert radikale Rentenreform mit Aktien-Pflicht für alle
Nicolai SchlosserAtomfonds-Chefin fordert radikale Rentenreform mit Aktien-Pflicht für alle
Anja Mikus, die Chefin des deutschen staatlichen Atomfonds Kenfo, fordert einen grundlegenden Wandel in der Rentenpolitik. Ihr Vorschlag sieht vor, dass alle Versicherten – selbst solche mit geringen Beiträgen – in ein verpflichtendes, aktienbasiertes Rentensystem einbezogen werden. Die Initiative ist Teil umfassender Bestrebungen, die Finanzierung der Altersvorsorge in Deutschland zu reformieren.
Mikus leitet Kenfo seit 2017 und verantwortet einen mit staatlichen Garantien ausgestatteten Fonds mit einem Volumen von rund 26,5 Milliarden Euro. Seine Hauptaufgabe besteht in der Finanzierung der Lagerung radioaktiver Abfälle aus den stillgelegten deutschen Atomkraftwerken bis zum Jahr 2100.
Ihrer Ansicht nach würde eine stärkere Ausrichtung auf die Kapitalmärkte der breiten Bevölkerung zugutekommen. Als Erfolgbeispiel führt sie den schwedischen Staatsfonds AP7 an, der zeigt, wie ein kapitalgedecktes Rentensystem funktionieren kann. Mikus ist überzeugt, dass das Vertrauen der Bürger in das System wachsen wird, sobald sie dessen Vorteile in der Praxis erleben.
Der Vorschlag zielt darauf ab, alle versicherten Arbeitnehmer einzubeziehen – unabhängig von der Höhe ihrer Beiträge. Sollte er umgesetzt werden, würde dies eine deutliche Abkehr vom bisherigen deutschen Rentensystem bedeuten. Kern des Plans ist eine verstärkte Investition in Aktien, um die langfristige Finanzierung zu sichern.






