Baden-Württemberg kämpft mit neuen Strategien gegen den Flächenfraß
Baden-Württemberg geht mit neuen Maßnahmen gegen Flächenverbrauch vor
Die Landesregierung in Baden-Württemberg will Gemeinden dabei unterstützen, Flächen effizienter zu nutzen, um den täglichen Flächenverbrauch einzudämmen. Seit 2016 werden im Schnitt 5,6 Hektar pro Tag verbaut – ein Wert, der strengere Kontrollen und nachhaltigere Planungsansätze erfordert.
Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen kündigte nun mehrere Initiativen an, um das Problem zu bekämpfen. Eine zentrale Maßnahme ist eine digitale Übersicht, die ungenutztes Potenzial in bestehenden Gewerbe- und Industriegebieten aufzeigt. Damit sollen Kommunen innerörtliche Entwicklungsmöglichkeiten leichter erkennen können.
Ein neu eingeführter Entsiegelungsbonus, der mit jährlich rund einer Million Euro gefördert wird, soll Anreize schaffen, versiegelte Flächen zurückzubauen. Gemeinden, die natürliche Böden wiederherstellen oder versiegelte Areale umwidmen, erhalten damit finanzielle Unterstützung.
Zudem wird das bestehende Programm "Fläche gewinnen durch Innenentwicklung" ausgebaut. Die aktualisierte Fassung legt den Fokus auf die Umnutzung brachliegender Gewerbeflächen, bevor Neuausweisungen in Betracht gezogen werden. Pilotprojekte mit ausgewählten Kommunen sollen als Vorbild für eine effiziente Flächenreaktivierung und Renaturierung dienen.
Um die verschiedenen Ansätze zu bündeln, entsteht aktuell ein Aktionsplan Flächen sparen. Dieser soll Instrumente zur Reduzierung des Flächenverbrauchs koordinieren und eine abgestimmte Strategie für die gesamte Region sicherstellen.
Ziel der Maßnahmen ist es, den Flächenverbrauch in Baden-Württemberg messbar zu verringern. Durch die Förderung von Entsiegelungsprojekten, die Verbesserung digitaler Planungshilfen und die Unterstützung von Modellkommunen will die Landesregierung die Abhängigkeit von Neuausweisungen reduzieren – und stattdessen bestehende Flächen intelligent nachnutzen. Der Grundsatz lautet: Innen vor Außen.






