Baden-Württemberg und Hessen starten KI-Tool JANO für anonyme Gerichtsentscheidungen
Ira DowergBaden-Württemberg und Hessen starten KI-Tool JANO für anonyme Gerichtsentscheidungen
Baden-Württemberg und Hessen haben sich zusammengeschlossen, um ein KI-Werkzeug namens "JANO" zur Anonymisierung von Gerichtsentscheidungen einzuführen. Das System soll den manuellen Aufwand verringern, indem es persönliche Daten automatisch erkennt und schwärzt. Damit setzen die beiden Bundesländer einen weiteren Schritt in der Nutzung künstlicher Intelligenz, um juristische Abläufe in Deutschland effizienter zu gestalten.
Das gemeinsame Projekt wurde offiziell von Marion Gentges, der Justiz- und Migrationsministerin Baden-Württembergs, und Roman Poseck, Hessens Justizminister, gestartet. Beide bezeichneten das Tool als Prototyp, der 2023 in Gerichten ausgebaut und erprobt werden soll.
JANO funktioniert, indem es Gerichtsurteile nach sensiblen Informationen durchsucht und anonymisierte Versionen vorschlägt. Die bereinigten Entscheidungen können anschließend als Schulungsmaterial für die Entwicklung weiterer KI-Anwendungen im Rechtsbereich genutzt werden. Ministerin Gentges betonte, dass Baden-Württemberg bei der Einführung von KI im deutschen Justizsystem eine Vorreiterrolle einnehme.
Auch Hessen spielt eine zentrale Rolle in der Initiative: Das Amtsgericht Hanau wird als weiterer Standort für die Erprobung innovativer KI-Systeme dienen. Justizminister Poseck unterstrich dabei, dass KI als Unterstützungsinstrument dienen solle – nicht jedoch menschliche Urteilsfindung in juristischen Verfahren ersetzen.
Bei JANO handelt es sich nicht um das erste KI-Werkzeug in Baden-Württembergs Gerichten. Bereits zuvor wurden Systeme wie "OLGA" und "Codefy" eingeführt, um juristische Aufgaben zu erleichtern.
Die Einführung von JANO folgt einem wachsenden Trend zur KI-Integration in deutschen Gerichten. Durch die Automatisierung der Anonymisierung soll die Arbeitsbelastung des Personals sinken und die Effizienz steigen. Zudem dienen die anonymisierten Entscheidungen als Grundlage für die Schulung zukünftiger KI-Anwendungen – und erweitern so die Rolle der Technologie im Justizwesen weiter.






