Bäders BAföG-Aussagen lösen Debatte über Studentenförderung und Privilegien aus
Ira DowergBäders BAföG-Aussagen lösen Debatte über Studentenförderung und Privilegien aus
Dorothee Bäder, Deutschlands Forschungsministerin, hat mit Äußerungen zur Studentenförderung in einem Interview Ende Mai eine Debatte ausgelöst. Ihre Aussagen zu BAföG-Reformen und angeblichen Privilegien von Studierenden überraschten sowohl die Studierendenschaft als auch die Koalitionspartner. Die Karriere der 46-jährigen Politikerin ist seit jeher von schnellem Aufstieg und gelegentlichen Kontroversen geprägt.
Bäder wurde 1978 geboren und trat mit 14 Jahren der Schülerunion bei. Bereits mit 16 wurde sie Mitglied der CSU. Ihr politischer Aufstieg setzte sich fort, als sie mit 23 in den Parteivorstand gewählt wurde. Ein Jahr später zog sie als jüngste CSU-Abgeordnete in den Bundestag ein.
Sie studierte Politikwissenschaft in München, gefördert durch ein Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung. Nach einem Wechsel ans Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin geriet sie wegen ihrer konservativen Haltung in die Kritik. Dennoch schloss sie 2006 ihr Studium mit der Bestnote 1,5 ab – in Deutschland vergleichbar mit einem „A“. Noch im selben Jahr heiratete sie Oliver Bär, ebenfalls ein CSU-Politiker.
Ihre Diplomarbeit ist jedoch weder in der Bibliothek des Otto-Suhr-Instituts noch im Katalog der Hanns-Seidel-Stiftung auffindbar. Nachfragen zu ihrem Verbleib blieben bisher unbeantwortet.
Im jüngsten Interview äußerte sich Bäder nur knapp zu den geplanten BAföG-Reformen. Die Koalition hatte beschlossen, den Wohnkostenzuschuss für Empfänger von 380 auf 440 Euro anzuheben und die Gesamtförderung schrittweise zu erhöhen. Doch Bäder deutete an, dass die Regierungsfraktionen die Änderungen nicht mehr mittragen würden. Zudem bezeichnete sie Studierende als „sehr privilegiert“ und wies Bedenken gegenüber dem Jobben neben dem Studium als „keine Tragödie“ zurück.
Ihre Aussagen haben bei Studierenden Verunsicherung über die Zukunft der BAföG-Förderung ausgelöst. Der ursprüngliche Koalitionsplan, die Unterstützung zu erhöhen, scheint nun infrage zu stehen. Unterdessen bleibt Bäders akademischer Werdegang ein Diskussionspunkt – ihre Diplomarbeit fehlt weiterhin in den offiziellen Archiven.






