Bavaria Film spaltet sich nach schwachen Umsätzen in zwei Unternehmen auf
Katherina HermannBavaria Film spaltet sich nach schwachen Umsätzen in zwei Unternehmen auf
Bavaria Film, das traditionsreiche Film- und Fernsehproduktionsunternehmen, wird in zwei eigenständige Gesellschaften aufgespalten. Die Entscheidung folgt auf zwei Jahre intensiver Beratungen und soll die Abläufe effizienter gestalten – nach Jahren stagnierender Umsätze. Aktionäre und Aufsichtsrat haben der Umstrukturierung nun zugestimmt.
Das 1919 gegründete Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte im deutschen Kino zurück und produzierte bekannte Werke wie Das Boot und Die unendliche Geschichte. Doch die jüngsten Geschäftszahlen zeigen nur begrenztes Wachstum: 2025 lag der Umsatz bei 308 Millionen Euro, der Gewinn bei bescheidenen 8 Millionen Euro.
Künftig wird Bavaria Film in zwei separate Bereiche aufgeteilt. Einer konzentriert sich ausschließlich auf die Produktionsaktivitäten, der andere übernimmt die Verwaltung des Immobilienbestands und den täglichen Studiobetrieb. Die Mitgeschäftsführerin Julia Reuter ist überzeugt, dass die Trennung die Effizienz steigert und der Produktionssparte mehr Fokus verleiht.
Das 28 Hektar große Gelände in Geiselgasteig, südlich von München, bleibt vorrangig ein Medienstandort. Gleichzeitig wurde ein Makler beauftragt, die Immobiliensparte zu vermarkten; der offizielle Verkaufsprozess startet noch in diesem Sommer. Gesucht werden neue Investoren, die diesen Unternehmenszweig übernehmen.
Zu den Anteilseignern von Bavaria Film zählen große öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten wie WDR, SWR, MDR und BR sowie der Freistaat Bayern über seine Förderbank LfA.
Die Neuaufstellung markiert einen tiefgreifenden Wandel für das Unternehmen nach über einem Jahrhundert Bestehen. Während die Produktionssparte künftig eigenständig agiert, sucht der Immobilienbereich nach frischem Kapital. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund jahrelanger schwacher finanzieller Entwicklung – und dem Willen, sich neu aufzustellen.






