Bechtle 2025: Umsatz steigt leicht – doch Gewinne fallen um 6 Prozent
Sabrina RoskothKnappheit an Speicherchips behindert Bechtles Pläne für 2026 - Bechtle 2025: Umsatz steigt leicht – doch Gewinne fallen um 6 Prozent
Bechtle meldet gemischte Finanzzahlen für 2025: Umsatzwachstum schwächelt, Gewinne sinken
Der IT-Konzern Bechtle verzeichnete für das Jahr 2025 uneinheitliche Geschäftsergebnisse: Während das Gesamtgeschäftsvolumen um über 8 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro stieg, gingen die Gewinne vor Steuern um 6 Prozent zurück. Vorstandsvorsitzender Thomas Olemotz blickt mit Zurückhaltung auf das kommende Jahr und verweist auf anhaltende Lieferkettenengpässe im Markt für Speicherchips.
Der Umsatz von Bechtle kletterte 2025 um knapp 2 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern sank jedoch auf 324,2 Millionen Euro – ein Rückgang von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als Hauptgrund nannte das Unternehmen steigende Kosten, insbesondere bei Speicherchips, deren Preise aufgrund der angespannten Versorgungslage stark angestiegen sind.
Die globale Nachfrage nach diesen Chips hat in den vergangenen zwei Jahren massiv zugenommen, angetrieben durch milliardenschwere Investitionen in KI und Rechenzentren. Allein die Hyperscaler – große Cloud-Anbieter wie Amazon, Google und Microsoft – gaben 2025 über 400 Milliarden US-Dollar aus (2024: 230 Milliarden), um ihre KI-Infrastruktur auszubauen. Die Preise für DRAM-Speicher haben sich verfünffacht; der Markt soll von 121,83 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 223,7 Milliarden US-Dollar bis 2030 wachsen. Aktuell ist der Telekommunikationssektor der größte Nachfrager, getrieben vom 5G-Ausbau, während die Bereiche Automobil und Gesundheitswesen die stärkste Wachstumsdynamik aufweisen.
Trotz der Herausforderungen steckt sich Bechtle ehrgeizige langfristige Ziele: Bis 2030 will das Unternehmen ein Gesamtgeschäftsvolumen von mindestens 10 Milliarden Euro erreichen – im Idealfall sogar früher. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von knapp 4 Prozent. Für 2026 fallen die Prognosen jedoch verhaltener aus: Umsatz und Gewinn vor Steuern sollen zwischen 0 und 5 Prozent zulegen.
Bechtle beliefert Behörden und gewerbliche Kunden mit PCs, Netzwerkhardware und IT-Lösungen. Die engen Kundenbeziehungen und die starke Marktposition könnten dem Unternehmen helfen, die aktuellen Lieferengpässe zu bewältigen.
Die Prognose für 2026 spiegelt die anhaltende Unsicherheit auf dem Speichermarkt wider. Während die langfristigen Wachstumspläne unverändert bleiben, dämpfen kurzfristige Lieferprobleme die Erwartungen. Beobachter werden genau prüfen, ob Bechtles Kundenstamm und Marktstellung die steigenden Kosten im kommenden Jahr ausgleichen können.






