16 April 2026, 10:32

Berlin erzwingt mehr Lehrstellen – doch Unternehmen wehren sich gegen die neue Abgabe

Offenes Buch mit dem Titel "Mechanische Anstalt, zum Vorteil von Meistern, Gesellen und Lehrlingen" - wahrscheinlich ein Vorschlag zur Gründung einer mechanischen Anstalt.

Berlin erzwingt mehr Lehrstellen – doch Unternehmen wehren sich gegen die neue Abgabe

Berlin führt neue Ausbildungsabgabe ein, um Unternehmen zu mehr Lehrstellen zu verpflichten

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat eine neue Regelung verabschiedet, die Unternehmen dazu drängen soll, mehr Ausbildungsplätze anzubieten. Firmen, die vorgegebene Ausbildungsquoten nicht erfüllen, müssen künftig Strafzahlungen leisten. Kritiker bemängeln, dass die Abgabe die Wirtschaft in einer ohnehin schwierigen konjunkturellen Lage zusätzlich belastet.

Ab 2028 müssen Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten sicherstellen, dass ihre Ausbildungsquote dem bundesweiten Durchschnitt von 4,6 Prozent entspricht. Wer dies nicht schafft, zahlt in einen Fonds ein, aus dem jährlich voraussichtlich rund 75 Millionen Euro für die berufliche Bildung in der Stadt fließen sollen.

Mehrere Unternehmer haben sich öffentlich gegen die Maßnahme ausgesprochen. Marius Meiners von Peec AI bezeichnete Ausbildungsplätze für sein Team als "absolut undurchführbar" und verwies auf die hohe Arbeitsbelastung. Zwar wäre sein Unternehmen bereit, die Strafe zu zahlen, doch sehe er in der Abgabe ein weiteres Zeichen dafür, dass Deutschland für Unternehmen immer unattraktiver werde.

Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, kritisierte die Regelung als "noch ein falsches Signal" aus Berlin. Sein Unternehmen setze auf Automatisierung und modernes Lernen statt auf klassische Berufsausbildungen. Auch Moritz Kreppel von Urban Sports Club lehnte die Entscheidung ab: Start-ups wie seines würden bestraft, nur weil sie bestimmte Ausbildungsprogramme nicht anböten.

Agnieszka Walorska von Mika wies auf ein anderes Problem hin: das mangelnde Interesse junger Menschen an Ausbildungsberufen. Die Abgabe gehe am eigentlichen Kern des Berliner Ausbildungsmarktes vorbei, so ihre Kritik.

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Die neue Ausbildungsabgabe tritt 2028 in Kraft und richtet sich an Unternehmen, die ihre Lehrstellenquoten nicht erfüllen. Sie haben dann die Wahl, ihre Ausbildungsangebote auszubauen – oder finanziell in den Fonds einzuzahlen. Während die Politik damit berufliche Chancen fördern will, sehen viele Arbeitgeber darin eine zusätzliche Belastung.

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