Berlin wagt erneut den Traum von Olympischen Spielen – doch der Widerstand bleibt
Ira DowergBerlin wagt erneut den Traum von Olympischen Spielen – doch der Widerstand bleibt
Berlin zieht erneut eine Bewerbung um die Austragung der Olympischen Spiele in Betracht – möglicherweise für die Jahre 2036, 2040 oder 2044. Umfragen zeigen, dass zwei Drittel der Berlinerinnen und Berliner die Idee unterstützen, doch gibt es nach wie vor vehementen Widerstand. Die Geschichte der Stadt mit den Spielen verleiht der Debatte zusätzliche Brisanz.
Erstmals hatte Berlin geplant, die Olympischen Spiele 1916 auszurichten, doch der Erste Weltkrieg machte die Austragung zunichte. 1936 fanden die Spiele schließlich unter nationalsozialistischer Herrschaft statt – das Regime nutzte das Ereignis für propagandistische Zwecke. Jüngere Bewerbungen für die Jahre 2000 und 2004 scheiterten hingegen an organisatorischen Problemen und öffentlichen Protesten.
Heute treibt ein neues Pro-Olympia-Komitee die Pläne voran. Geleitet wird die Initiative von Kaweh Niroomand, dem ehemaligen Manager der Berlin Volleys, unterstützt von Moritz van Dülmen von Kulturprojekte Berlin. Doch die NOlympia-Bewegung stellt sich den Plänen entgegen und verweist auf Bedenken bei Verkehr, Infrastruktur und Kosten. Die Gruppe droht sogar mit einem Bürgerentscheid, um die Bewerbung zu blockieren.
Die Konkurrenz um eine deutsche Olympische Bewerbung ist groß: Auch München und die Rhein-Ruhr-Region sind im Rennen, jede mit eigenen Befürwortern und Herausforderungen.
Sollte Berlin den Schritt wagen, müsste die Stadt Fragen der Infrastruktur und Finanzierung klären. Die olympische Vergangenheit und die aktuelle öffentliche Unterstützung könnten ihr jedoch in die Karten spielen. Die endgültige Entscheidung wird davon abhängen, ob es gelingt, den Widerstand zu überwinden und die Mitbewerber auszustechen.






