Brandts Witwe attackiert SPD: "Verlust der Arbeiterwurzeln ist unumkehrbar"
Katherina HermannBrandts Witwe attackiert SPD: "Verlust der Arbeiterwurzeln ist unumkehrbar"
Brigitte Seebacher, die Witwe des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, hat die SPD in einem aktuellen Gastbeitrag für Die Welt scharf kritisiert. Ihre Äußerungen kommen kurz vor den Koalitionsgesprächen in Rheinland-Pfalz, wo die Partei fast zehn Prozentpunkte an Unterstützung verloren hat.
Seebacher verließ die SPD 1995, drei Jahre nach Brandts Tod. Nun wirft sie der Partei vor, den Kontakt zu ihren Arbeiterwurzeln verloren zu haben. Die Führung verstehe ihre traditionelle Basis nicht mehr, so ihre Kritik.
Den Niedergang der SPD bezeichnete sie als unvermeidbar – bedingt durch den Wandel in der Mitgliederschaft. Statt Arbeiter zu vertreten, konzentriere sich die Partei heute auf Sozialhilfeempfänger und politische Korrektheit. Als Beispiel nannte sie die vegane Ernährung von Alexander Schweitzer, die sie als Symbol für die Entfremdung der SPD deutete.
Ihren Rat an den Wahlgewinner formulierte sie unmissverständlich: Man solle sich gut überlegen, ob man mit der SPD eine Partnerschaft eingehe. Selbst eine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD halte sie für denkbar. "Auch Parteien sind nicht für die Ewigkeit gemacht", schrieb sie und signalisierte damit tiefe Skepsis gegenüber der Zukunft der SPD.
Seebachers Kritik unterstreicht die Herausforderungen der SPD vor den entscheidenden Koalitionsverhandlungen. Ihre Aussagen spiegeln die breiteren Bedenken über die Ausrichtung der Partei und ihren schwindenden Rückhalt wider. Die CDU steht nun vor der Frage, ob sie ein Bündnis mit der SPD anstreben oder andere Optionen prüfen soll.






