CDU-Politiker fordert höhere Beteiligung der Kinder an Elternpflegekosten
Katherina HermannCDU-Politiker fordert höhere Beteiligung der Kinder an Elternpflegekosten
Ein führender konservativer Politiker hat erwachsene Kinder aufgerufen, sich stärker an den Kosten für die Langzeitpflege ihrer Eltern zu beteiligen. Albert Stegemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, warnte, dass steigende Ausgaben die Beitragssätze bis 2030 deutlich in die Höhe treiben könnten. Gleichzeitig kritisierte er Familien, die rechtliche Schlupflöcher nutzen, um Vermögen vor Pflegekosten zu schützen, noch bevor ein Elternteil auf Unterstützung angewiesen ist.
Stegemann wies auf ein wachsendes Problem hin: Immer mehr Familien verlagern Jahre im Voraus Immobilien oder Ersparnisse auf ihre Kinder – oft unter Ausnutzung der Zehn-Jahres-Frist für steuerfreie Schenkungen. Dies bezeichnete er als ein „Erbschutzmodell auf Kosten der Steuerzahler“.
Aktuell sind Kinder nur dann zur Zahlung verpflichtet, wenn ihr Jahreseinkommen 100.000 Euro übersteigt. Stegemann fordert eine Absenkung dieser Grenze, um mehr erwachsene Kinder in die Finanzierung einzubinden. Ohne Reformen drohe der Beitragssatz für die Pflegeversicherung von derzeit 3,6 Prozent auf 4,6 Prozent bis 2030 zu steigen, warnte er. Bei Kinderlosen könnte der Satz sogar auf bis zu 5,5 Prozent klettern.
Die Äußerungen des Politikers fallen in eine Zeit, in der Deutschland mit einer alternden Bevölkerung und einer zunehmend überlasteten Pflegelandschaft konfrontiert ist. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Kosten gerechter zu verteilen und die Belastung für die öffentlichen Haushalte zu verringern.
Sollte Stegemanns Plan umgesetzt werden, müssten sich künftig mehr erwachsene Kinder an den Pflegekosten ihrer Eltern beteiligen. Gleichzeitig würde die Möglichkeit eingeschränkt, durch Vermögensübertragungen künftige Belastungen zu umgehen. Ohne Reformen werden die Beitragssätze voraussichtlich weiter steigen – und das über das nächste Jahrzehnt hinweg.






