CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "fehlerbehaftet"
Katherina HermannCDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "fehlerbehaftet"
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat scharfe Kritik an einer Kommission geübt, die von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzt wurde. Die Kommission prüft mögliche Reformen des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes. Krings bezeichnete die Arbeitsgruppe von Anfang an als „tiefgreifend fehlerbehaftet“.
Laut Krings sei die Kommission einseitig besetzt und mit keiner anderen während der Regierungszeit der CDU/CSU vergleichbar. Er verwies darauf, dass sie sich maßgeblich auf eine Studie eines kriminologischen Instituts stütze, dessen Leiter zugleich den Vorsitz der Kommission innehat.
Krings zufolge enthält die Studie unrealistische Zahlen. So werde behauptet, ein Viertel der legal gemeldeten Sexarbeiter:innen verfüge über einen Hochschulabschluss und 80 Prozent seien krankenversichert. Er argumentiert, die Erhebung spiegle lediglich einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche wider – tatsächlich seien wahrscheinlich nicht mehr als zehn Prozent der Sexarbeiter:innen offiziell registriert. Zudem wies er darauf hin, dass in Deutschland lediglich 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien.
Der frauenpolitische Sprecher der Union warf dem Kommissionvorsitzenden vor, fragwürdige Erkenntnisse zu verbreiten. Krings erklärte, die Gruppe habe in seiner Fraktion wiederholt für Enttäuschung und Verwirrung gesorgt.
Krings lehnt die Arbeit der Kommission vehement ab. Seiner Ansicht nach verzerren sowohl die Forschungsergebnisse als auch die Zusammensetzung der Gruppe die tatsächlichen Dimensionen und Bedingungen der Sexindustrie. Seine Äußerungen unterstreichen die anhaltende politische Debatte über eine Reform des Prostituiertenschutzgesetzes in Deutschland.
