CSD Dresden: Warum ein Video für Verwirrung über die Teilnehmerzahlen sorgt
Nicolai SchlosserCSD Dresden: Warum ein Video für Verwirrung über die Teilnehmerzahlen sorgt
Im Netz gibt es Fragen zu den Teilnehmerzahlen beim Christopher Street Day (CSD) in Dresden. Ein in sozialen Medien geteiltes Video zeigt am 5. Juni eine kleine Gruppe mit nur einem Wagen, die auf den Altmarkt einbiegt – und löst damit Diskussionen aus. Einige Nutzer behaupteten, die Veranstaltung habe 250.000 Besucher angezogen, doch diese Zahl wird angezweifelt.
Das fragliche Video zeigt nicht die Hauptveranstaltung des CSD, die am Samstag, dem 6. Juni, stattfand. Der Umzug an diesem Tag umfasste deutlich mehr Wagen und Teilnehmer als die kleinere Versammlung auf der Aufnahme. Die kürzeren Kundgebungen am 4. und 5. Juni waren erst nach einem Rechtsstreit mit der sächsischen Landesdirektion kurzfristig angemeldet worden.
Lokale Medien wie MDR und die Sächsische Zeitung berichteten unter Berufung auf Schätzungen von Polizei und Veranstaltern von „tausenden Teilnehmern“. Die Stadt Dresden bestätigte, dass weder sie noch die Polizei jemals von 250.000 Besuchern gesprochen hätten. Seit 1994 haben insgesamt rund 260.000 Menschen an CSD-Demonstrationen teilgenommen, etwa 310.000 besuchten seit 2004 das politische Straßenfest.
Keine offizielle Quelle nennt 250.000 Teilnehmer für die diesjährige Veranstaltung. Die begrenzten Ausschnitte des Videos spiegeln nicht das Ausmaß des Hauptumzugs wider. Veranstalter und Behörden geben deutlich niedrigere, zurückhaltendere Schätzungen zur Besucherzahl an.






