Daimler ruft 200.000 Autos wegen gefährlicher Takata-Airbags zurück
Nicolai SchlosserDaimler ruft 200.000 Autos wegen gefährlicher Takata-Airbags zurück
Daimler erweitert die Rückrufaktion für Fahrzeuge in den USA und Kanada wegen defekter Takata-Airbags. Von der jüngsten Maßnahme sind rund 200.000 Autos betroffen, die mit potenziell gefährlichen Frontbeifahrer-Airbag-Gasgeneratoren ausgestattet sind. Diese können bei der Auslösung mit übermäßiger Wucht explodieren und Metallteile in den Innenraum schleudern.
Das Problem geht auf die Airbag-Gasgeneratoren des Zulieferers Takata zurück, die bei der Aktivierung bersten können. Weltweit wurden mindestens elf Todesfälle und Dutzende Verletzungen mit diesem Defekt in Verbindung gebracht. Takata führte die Fehlfunktionen auf langfristige Einwirkung von hoher Hitze und Feuchtigkeit zurück, obwohl in Europa bisher keine derartigen Vorfälle gemeldet wurden.
Daimler hatte bereits 2015 rund 840.000 Fahrzeuge in den USA wegen defekter Fahrer-Airbags von Takata zurückgerufen, was das Unternehmen 340 Millionen Euro kostete. Nun hat die US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) den Rückruf von bis zu 40 Millionen weiteren Takata-Airbags angeordnet – der größte Rückruf in der Geschichte der US-Automobilbranche.
Aufgrund eines Mangels an Ersatzteilen gestaltet sich der Prozess jedoch zäh. Für die aktuelle Rückrufaktion hat Daimler einen Betrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich für das laufende Geschäftsjahr zurückgestellt.
Die erweiterte Rückrufaktion betrifft vor allem Frontbeifahrer-Airbags in älteren Modellen, die in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit verkauft wurden. Daimler arbeitet weiterhin eng mit den Behörden zusammen, um die defekten Bauteile so schnell wie möglich auszutauschen. Betroffene Fahrzeughalter erhalten Benachrichtigungen sowie Anweisungen zur Reparatur.






